Russlands Bedeutung auf dem Ölmarkt wächst
Yukos-Krise treibt Ölpreis auf Rekordhoch

Unsicherheit über die weiteren Lieferungen der russischen Ölgesellschaft Yukos haben den Ölpreis in New York auf Rekordhöhen steigen lassen.

HB HAMBURG. In New York schoss der Preis pro Barrel zum Handelsschluss am Mittwochabend auf 42,90 Dollar, ein Plus von 1,06 Dollar gegenüber dem Vortag. Der historische Höchstpreis betrug bislang 42,33 Dollar Anfang Juni. Im Laufe des Tages war sogar die 43-Dollar-Marke überschritten worden.

Am größten europäischen Ölmarkt in London stieg der Preis des wichtigsten Energieträgers ebenfalls auf Rekordhöhe: Im Handelsverlauf wurden 39,68 Dollar für Nordseeöl erreicht, zum Handelsschluss waren es 39,53 Dollar. Der bisherige Höchstpreis von 39,65 Dollar stammt aus dem Jahr 1990. Der Preis für Öl der Organisation Öl fördernder Länder (Opec ) stieg am Mittwoch auf 37,95 Dollar nach 37,27 Dollar am Dienstag.

Auch die Opec ist über den jüngsten Preisanstieg für Rohöl besorgt. Der indonesische OPEC-Gouverneur, Maisar Rahman, sagte am Donnerstag bei einer Tagung der Organisation in Djakarta, es sei „ein Grund zur Sorge, dass die Preise steigen, obwohl es mehr als genug Öl auf dem Markt gibt und unsere Mitgliedsländer alles tun, um die Bedürfnisse des Markts zu befriedigen“.

Rahman warnte nach Angaben der Opec-Nachrichtenagentur (Wien) erneut, dass die Opec-Länder an der absoluten Obergrenze ihrer Förderkapazität angekommen seien. Nach Berechnungen des internationalen Energie-Beratungsunternehmens PVM in Wien fördern die elf OPEC-Staten zusammen inzwischen über 29 Millionen Barrel (je 159 Liter) täglich. Damit liegt die tatsächliche Fördermenge um 3,5 Millionen Barrel über der Anfang Juni in Beirut festgelegten Förderquote von 25,5 Millionen Barrel.

Der russische Ölkonzern Yukos hatte am Mittwoch davor gewarnt, dass er möglicherweise in einigen Tagen seine Produktion einstellen müsse. Hintergrund sind riesige Steuernachforderungen des Finanzamtes an Yukos. In einem von russischen Medien veröffentlichten Brief teilte Yukos mit, dass auf Grund von Anordnungen eines Gerichtsvollziehers Lieferungen möglicherweise gestoppt werden müssten. Yukos produziert 1,7 Millionen Barrel Öl am Tag. Allerdings erwarten Insider der Ölbranche nicht, dass die russische Förderung zum Stillstand kommt, weil der Staat zu sehr auf die Einnahmen daraus angewiesen ist.

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