Devisen + Rohstoffe
RWE Dea rechnet langfristig mit Ölpreis von 30 bis 50 Dollar

dpa-afx HAMBURG/NEW YORK. Der Chef des Erdölproduzenten RWE Dea , Georg Schöning, rechnet in den kommenden Jahren mit einem Ölpreis zwischen 30 und 50 Dollar je Barrel (159 Liter). Genauere Schätzungen seien schwierig, sagte Schöning der Tageszeitung "Die Welt" (Samstag). Man könne heute nur vermuten, in welchem Maße neue Energiespartechniken und alternative Kraftstoffe zum Einsatz kämen.

Auf der Angebotsseite werde es auf absehbare Zeit zu wenig Reservekapazitäten geben. "Bei jedem Großereignis, wie etwa dem Hurrikan "Katrina", werden wir deshalb weiterhin sehr hektische, volatile Reaktionen am Ölmarkt sehen", betonte Schöning. Zwar verstärkten alle Fördergesellschaften ihre Aktivitäten. "Am Markt wird das allerdings noch längere Zeit nicht spürbar." Um die Förderung aus bereits bekannten Lagerstätten zu erhöhen, brauche man zwei bis frei Jahre. Bei einem völlig neuen Projekt könne es fünf bis acht Jahre dauern, bis Öl fließe.

Unterdessen haben die Öl- und Energiepreise in der vergangenen Woche ihre Talfahrt fortgesetzt. Die Autofahrer übten angesichts der hohen Treibstoffpreise deutliche Zurückhaltung. Die hohen Ölpreise dürften zu einem weiteren Energie-Nachfragerückgang führen. Auf der Angebotsseite hat sich die Lage ebenfalls etwas entspannt.

Rohöl zur Oktoberauslieferung fiel zum Wochenschluss am New Yorker Warenterminmarkt Nymex um 2,70 Prozent auf 63,00 Dollar je Barrel (159 Liter). Damit lag der Ölpreis um elf Prozent unter seinem am 30. August verbuchten Rekordstand von 70,85 Dollar. Der Ölpreis liegt aber noch immer um 45 Prozent höher als vor einem Jahr. Der Londoner Preis für Rohöl der Sorte Brent ermäßigte sich um 2,91 Prozent auf 61,81 Dollar. Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) will auf ihrer an diesem Montag beginnenden Herbstkonferenz über eine Erhöhung der Förderquote um 500 000 Barrel beraten.

Einige Experten halten einen Rückgang der Ölpreise auf 55 Dollar je Barrel innerhalb weniger Wochen für denkbar, falls die derzeitigen Trends anhalten sollten.

Auf der Angebotsseite gibt es momentan offensichtlich keinen großen Rohölmangel. Nach Angaben des US-Energieministeriums haben Ölkonzerne und andere Raffineriebetreiber nur elf Mill. Barrel aus der Strategischen US-Reserve angekauft. Washington hatte nach dem Hurrikan "Katrina" 30 Mill. Barrel angeboten. Die anderen Mitgliedsländer der Internationalen Energie-Agentur (IEA) wollten weitere 30 Mill. Barrel Öl und Mineralölprodukte aus den Strategischen Reserven bereitstellen. Die Öl-Einkäufer haben derzeit keine Probleme, sich Rohöl am Markt zu beschaffen.

Im Gefolge von Hurrikan "Katrina" liegen momentan noch 56 Prozent der normalen Ölproduktion im Golf von Mexiko wegen Sturmschäden in den Offshore-Gebieten und den Transport- und Verarbeitungsinstallationen brach, berichtete die zuständige US-Behörde MMS (Minerals Management Service). Es könnte noch drei Monate dauern, bis 90 Prozent der Normalförderung erreicht werden. Im Golf von Mexiko werden mehr als 25 Prozent des amerikanischen Öls und Erdgases gefördert.

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