Saudi-Arabien nennt Versorgungsängste unbegründet
Der Winter naht, der Ölpreis steigt

Die Furcht vor Engpässen in der Rohölversorgung hat den Preis der US-Richtmarke WTI auf Höchststände über 55 Dollar je Barrel (159 Liter) getrieben. Das europäische Brentöl verharrte dagegen gestern bei knapp 51 Dollar, nachdem es in der Vorwoche sogar über 52 Dollar gekostet hatte. Experten erwarten allerdings, dass die Ölpreise weiter steigen werden.

RIAD/DÜSSELDORF. Ausgelöst wurde der jüngste Preisschub in den USA vor allem durch die Sorge über die niedrigen US-Heizölbestände. Mit dem nahenden Winter vergrößern sich die Zweifel, ob der Heizölbedarf gedeckt ist. Die saisonal wachsende Nachfrage verstärkt die ohnehin vorhandenen Versorgungsängste. Denn nur schleppend läuft die Produktion im Golf von Mexiko wieder an, die durch den Hurrikan „Ivan“ unterbrochen worden war. Dazu kommen die gespannte Lage im Irak und in Nigeria sowie die unklaren Perspektiven des russischen Ölkonzerns Yukos. Die Kapazität auf der Angebotsseite gilt als begrenzt.

Die meisten Experten sind bezüglich der Preise aber nicht ganz so pessimistisch wie Bernard Dan, Präsident der US-Terminbörse Chicago Board of Trade (CBoT). Der Ölpreis dürfte bei 75 Dollar den Höchststand erreichen, „sollte es nicht zu Lieferunterbrechungen kommen“, sagte Dan dem Fernsehsender Nine Network. „Wir haben einen neuen Meilenstein erreicht und haben jetzt die 60 Dollar im Blick“, sagte dagegen Victor Shum von Puvrin & Gertz der Nachrichtenagentur AP.

Der Ölpreis sei auf dem aktuellen Niveau zu hoch, meint Ibrahim el Muhanna, Berater des saudi-arabischen Ölministers. Sein Land unterstütze die Anstrengungen der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec), den Preis auf das Opec-Ziel von 22 bis 28 Dollar herunterzubringen. An dieser Preisspanne solle zunächst noch festgehalten werden, hieß es gestern in Opec- Kreisen. Eine Ausweitung auf Werte um 30 Dollar, wie mehrfach diskutiert, setze ein falsches Signal.

Saudi-Arabien habe seine Kapazität um 500 000 Barrel am Tag (bpd) auf elf Mill. bpd gesteigert, sagte el Muhanna im Gespräch mit dem Handelsblatt. Die Fördermenge betrage zurzeit rund 9,5 Mill. bpd. El Muhanna rechnet mit einer Beruhigung der Ölmärkte bis zum Jahresende. Er räumte aber ein, dass ein Großteil der Kapazitäten auf Schweröl entfalle. Dies könnte zu einem Unterangebot an Leichtöl führen.

Seite 1:

Der Winter naht, der Ölpreis steigt

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%