Saudi-Arabien und Kuwait setzen ihre Positionen durch – Geringere Lagerhaltung treibt die Preise
Opec fördert mehr – Öl trotzdem teurer

Das Ölkartell Opec zeigt etwas Erbarmen mit den Industrieländern. Um die Ölpreise von ihrem Rekordniveau herunterzubringen, erhöht die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) ihre Produktion ab sofort um 2 Prozent.

DÜSSELDORF/ISFAHAN. Das beschloss die Staatengruppe gestern überraschend auf ihrer Sitzung im iranischen Ishfahan. Der Ölpreis zeigte sich von der Ankündigung unbeeindruckt. Enttäuschende Bestandsdaten aus den USA trieben den Preis für ein Barrel (159 Liter) der in Europa marktführenden Sorte Brent dann aber zum ersten Mal auf das Rekordhoch von über 55 Dollar. Auch das amerikanisches Leichtöl zog im späten Handel wieder deutlich an.

Das Ölkartell stimmte dem Vorschlag Saudi-Arabiens zu, die Fördergrenzen um insgesamt 500 000 Barrel pro Tag auf 27,5 Millionen Barrel anzuheben, teilte Opec-Präsident Scheich Ahmad al-Fahd al-Sabah nach dem Treffen der Ölminister mit. Sollten die Ölpreise auf dem hohen Niveau bleiben, ist der Präsident zudem ermächtigt, im zweiten Quartal eine weitere Anhebung um 500 000 Barrel pro Tag anzuordnen, noch ehe sich die Opec-Staaten das nächste Mal am 7. Juni in Wien treffen.

Die tatsächliche Produktion ist von dem Beschluss indes nicht betroffen. Angesichts der Rekordpreise fördert die Opec bereits seit Wochen rund 28 Mill. Barrel pro Tag. Hinzu kommen zwei Mill. Barrel vom Irak, der nicht an die Quoten der Opec gebunden ist.

Saudi-Arabien und Kuwait, die einzigen Förderländer mit noch freien Förderkapazitäten, kündigten an, zusätzliches Öl bereitzustellen, um die Preise zu senken. „Der gegenwärtige Ölpreis von 55 Dollar ist hoch, und wir wollen ein Niveau von 40 bis 50 Dollar pro Barrel erreichen“, sagte der saudi-arabische Ölminister Ali al-Naimi.

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