Saudi Arabien versus Russland
Ölpreise fallen immer tiefer

Die Ölpreise rutschen weiter ab: Ein Barrel kostet weniger als 90 Dollar. Und damit ist das Ende der Talfahrt noch nicht erreicht. Saudi Arabien scheint das nicht zu stören, Russland dagegen umso mehr.
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Frankfurt/New York/London/WienSpekulationen über den Verzicht der Opec und Saudi-Arabiens auf Förderkürzungen haben am Montag die Preise am Ölterminmarkt weiter abstürzen lassen. Nordseeöl der Sorte Brent kostete zeitweise mit 87,74 Dollar je Barrel (159 Liter) 2,7 Prozent weniger und notierte damit so niedrig wie zuletzt im Dezember 2010. US-Leichtöl der Sorte WTI verlor bis zu zwei Prozent auf 84,09 Dollar.

Analysten rechnen mit noch stärkeren Preisabschlägen. Seit Juni sind die Ölpreise um 20 Prozent gefallen, was vor allem auf die Ölschwemme durch den Öl- und Gasboom in Nordamerika und die schleppende Konjunkturentwicklung weltweit zurückgeführt wird. Die Opec wird am 27. November über die Lage beraten.

Am Wochenende hatte Kuwaits Ölminister Ali al-Omair der Nachrichtenagentur KUNA zufolge erklärt, es sei unwahrscheinlich, dass das Kartell die Ölproduktion im November kürzen werde. Denn es sei zu bezweifeln, dass eine solche Entscheidung die Preise tatsächlich stützen würde.

Der Preisverfall könnte aber bei 76 oder 77 Dollar seinen Boden finden, da dies die Kosten für die Ölförderung in den USA und Russland seien, zitierte KUNA den Minister weiter. Zudem trugen Berichte über die saudi-arabische Haltung zu dem Preisrückgang bei.

Nach Aussagen von Marktteilnehmern hat der größte Opec-Ölproduzent wissen lassen, dass er für ein oder zwei Jahre mit einem Ölpreis unter 90 Dollar oder auch einem Preis von 80 Dollar leben könnte. Saudi-Arabien fördert täglich rund 9,7 Millionen Barrel – etwa ein Drittel der Opec-Produktion von rund 30,47 Millionen Barrel.

Bislang waren Börsianer davon ausgegangen, dass Saudi-Arabien – wie viele andere Ölförderländer auch – einen Preis von über 100 Dollar je Fass zur Finanzierung seines Haushaltes benötigt und diese Marke daher verteidigen würde.

Nun hoffe man in Riad, mit unverändert hohem Produktionsniveau seine Marktanteile halten zu können. Zudem könnte ein niedriger Preis die Investitionen in die Ölförderung unattraktiver machen und damit der Konkurrenz von US-Schieferöl schaden.

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Russland leidet unter Preisverfall

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  • soso - der Ölpreis schadet Russland...

    Zitat aus dem Artikel: "...und damit der Konkurrenz von US-Schieferöl schaden."

    Tja, vielleicht schadet er ja doch den Amis mehr als Russland?

    Ölförderung auf alte Art ist immer noch kostengünstiger als das Fraking in USA

    Wenn man die ökologische Folgekosten in den USA hinzu rechnen würde kämen die wohl auf einen Preis um die 200 Dollar ...

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