Saudi-Arabien
Was den Ölpreis derzeit antreibt

Öl kostet erstmals seit Juni 2015 wieder mehr als 62 Dollar – und das, obwohl die US-Produktion steigt. Der jüngste Preisschub ist vor allem auf politische Ereignisse auf der arabischen Halbinsel zurückzuführen.
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FrankfurtWas in Saudi-Arabien passiert, betrifft nicht allein den Wüstenstaat. Das Land produziert mit rund zehn Millionen Barrel (à 159 Liter) etwa zehn Prozent des weltweit benötigten Öls. Wann immer etwas geschieht, das die politische oder wirtschaftliche Stabilität des Königreichs beeinträchtigen könnte, bekommt die Welt dies in Form steigender Ölpreise zu spüren.

So auch am Wochenende, als gleich zwei Ereignisse in Saudi-Arabien Wellen schlugen: Unmittelbar nachdem Kronprinz Mohammed bin Salman eine Anti-Korruptionskommission ins Leben gerufen hatte, ließ er Medienberichten zufolge etwa 50 Prinzen, Minister und Ex-Minister festnehmen. Ihnen werden illegale Geschäfte, Geldwäsche und Veruntreuung öffentlicher Gelder vorgeworfen.

Was außerdem aufschreckte: Jemenitische Huthi feuerten erstmals seit Kriegsbeginn im Jemen im Jahr 2015 eine Rakete auf die saudische Hauptstadt Riad. Sie wurde von einem Raketenabwehrsystem abgefangen.

Beide Ereignisse haben zwar keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Ölförderung des Landes. Mittelbar aber beeinflusst es sehr wohl den Ölpreis: „Diese Ereignisse erinnern uns an die politischen Risiken im Nahen Osten und tragen dazu bei, dass sich die Ölpreisrally in der neuen Woche fortsetzt“, schreiben die Experten der Wiener Energieanalysefirma JBC Energy in einem Kommentar.

Bereits seit Ende Juni verteuert sich der Rohstoff nur mit kleineren Rücksetzern nahezu unaufhaltsam. Von seinem damaligen Jahrestiefstand bei 44,35 Dollar ging es nun auf das Zweieinhalb-Jahres-Hoch von 62,50 Dollar. Das sind zehn Prozent mehr als noch zu Jahresbeginn.

Den anhaltenden Anstieg führen Analysten einerseits auf die Förderkürzungen des Ölkartells Opec gemeinsam mit zehn weiteren Fördernationen zurück. Gemeinsam verzichten sie jeden Tag auf knapp 1,8 Millionen Barrel ihrer Produktion und wollen so den in den vergangenen Jahren von Überangebot geprägten Markt zurück zum Gleichgewicht mit der Nachfrage führen. Andererseits wuchs die Weltwirtschaft in diesem Jahr schneller, als es Prognosen noch zu Jahresbeginn annahmen. Somit vergrößerte sich auch der Bedarf an Öl. Allein in diesem Jahr wird die Nachfrage laut Schätzungen der Internationalen Energieagentur um 1,6 Millionen Barrel pro Tag zunehmen.

Dämpfen kann den Preisauftrieb dieser Tage nicht einmal mehr die in diesem Jahr stark gestiegen Ölproduktion in den USA. Seit Jahresbeginn weiteten die Amerikaner ihre Förderung um rund zehn Prozent auf 9,6 Millionen Barrel pro Tag aus. Damit liegen sie heute nahezu auf dem gleichen Niveau wie die Saudis.

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Benzinpreise mit moderatem Anstieg

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  • Sieht tatsächlich so aus, als seien die politischen Spannungen im vorderen Orient (SA-Libanon-Iran) für den Anstieg wesentlich mit verantwortlich. Es wird dann stark nach oben weiter gehen, wenn Saudi-Arabien die begonnene Kriegstreiberei gegen den Iran verstärkt.

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