Saudi-Arabien: Was Investmentbanker vom Aramco-Deal halten

Saudi-Arabien
Was Investmentbanker vom Aramco-Deal halten

Der saudische Ölkonzern Aramco soll ganz oder in Teilen an die Börse. Investmentbanker können es kaum fassen – bislang galt diese Möglichkeit als Witz. Das Unternehmen ist bis zu neun Billionen Euro wert.

RiadDie Meldung aus Saudi-Arabien war für einen Finanzberater eine so große Überraschung, dass er sein Auto anhalten musste, da er vor Lachen nicht mehr sicher fahren konnte. Der saudische Ölkonzern Aramco – eine Firma, die größer ist als die Volkswirtschaft der meisten Länder – könnte an die Börse gebracht werden.

Das war bis dato unvorstellbar, doch der Preissturz beim Rohöl lässt selbst Unvorstellbares in Reichweite rücken. Am Freitag bestätigte Saudi Aramco, über einen Börsengang nachzudenken. Damit bestätigte der Konzern eine Aussage von Vize-Kronprinz Muhammad bin Salman in einem Interview mit dem „Economist“. In der Finanzwelt begegneten Beobachter der Nachricht mit Unglauben.

Die Nachrichtenagentur Bloomberg sprach mit einem halben Dutzend Bankern, die im Nahen Osten Geschäfte machen – und ungenannt bleiben wollen. Doch es zeigt sich: Dieser Deal wirft viele Fragen auf – und könnte einige Antworten bringen.

Denn zum einen ist die Funktionsweise von Aramco eine große Unbekannte, was den Firmenwert schwer abschätzbar macht. Und dann ist da der verwunderliche Zeitpunkt der Ankündigung: Der Ölpreis ist nahe dem tiefsten Stand seit mehr als zehn Jahren. Fünf Personen berichten Bloomberg, dass es in der Vergangenheit durchaus Gespräche über einen möglichen Verkauf von Teilen des Ölkonzerns gegeben habe. Doch dann sei es um viel kleinere Einheiten gegangen als den Gesamtkonzern.

Ein Börsengang für die gesamte Firma sei zwar einmal besprochen worden – aber nur als Witz, so einer der gefragten Banker.

Aramco könnte einen Wert von einer Billion Dollar (900 Milliarden Euro) bis zu mehr als zehn Billionen Dollar (9,2 Billionen Euro) haben, schätzt Jason Tuvey vom Marktbeobachter Capital Economics – und das ist kein Übersetzungsfehler. Es sind Billionen gemeint. Der letzte große Börsengang der Ölindustrie fand vor mehr als zehn Jahren statt. Dabei spülte die russische Rosneft mehr als zehn Milliarden Dollar in die Kassen.

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Hektische Anrufe aus Bank-Zentralen

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