Saudische Investitionspläne
Rohölpreis verharrt auf hohem Niveau

Die Hoffnung auf eine Ausweitung der Ölförderung durch die Organisation Erdöl exportierender Staaten (Opec) hat den Anstieg des Ölpreises gebremst.

HB DÜSSELDORF. Der Preis für das europäische Brentöl lag gestern mit knapp über 51 Dollar je Barrel (159 Liter) um fast einen Dollar niedriger als am Vortag. Deutlich teurer war Brentöl noch Anfang April, als es mit knapp über 57 Dollar sein bisheriges Rekordhoch erreicht hatte. Händler sprachen von Gewinnmitnahmen.

Der saudische Kronprinz Abdullah hatte Montagabend gegenüber dem amerikanischen Präsidenten George W. Bush angekündigt, dass sein Land rund 50 Mrd. Dollar in den Ausbau der Kapazitäten zur Rohölförderung investieren werde. Zurzeit fördert Saudi-Arabien gut 9,5 Mill. Barrel Rohöl am Tag (b/d). Bis zum Ende des Jahrzehnts soll die Produktion auf 12,5 Mill. b/d ausgeweitet werden.

Adel Al-Jubeir, Berater des saudischen Kronprinzen, räumte Agenturmeldungen zufolge auch ein, dass kurzfristig die saudische Produktion um weitere 1,3 Mill. bis 1,4 Mill. b/d gesteigert werden könne. Doch bei dem größten Teil dieser freien Kapazitäten handele es sich um Schweröl, das die Raffinerien nicht nachfragten.

Sandra Ebner, Ölexpertin der Deka Bank, sieht die Ausweitungspläne Saudi-Arabiens mit einiger Skepsis. Denn mit solchen Mengen – sollte das Geld tatsächlich investiert werden – würde langfristig in etwa nur der Anstieg der weltweiten Nachfrage ausgeglichen. Darum dienten solche Äußerungen vor allem dazu, die Märkte zu beruhigen. „Kurzfristig sind kaum Auswirkungen zu erwarten“, sagt Ebner.

„Jeder versucht durch Rhetorik die Märkte zu beruhigen, das reicht aber auf mittlere Sicht nicht aus“, kritisiert auch Markus Diehl, Volkswirt bei der WestLB. Denn Fakt sei, dass die Opec zurzeit nur noch über geringe freie Kapazitäten verfüge. Eine schnelle Lösung für die Rohölmärkte gebe es nicht. Die WestLB sieht daher – trotz einer tendenziellen Abschwächung – den Rohölpreis Ende des Jahres bei 40 bis 45 Dollar je Barrel.

Für ein weiterhin relativ hohes Preisniveau spreche nach wie vor die Entwicklung des chinesischen Bedarfs. „Die wirtschaftliche Entwicklung wird sich nicht schlagartig abkühlen, damit bleibt China in den Jahren 2005 und 2006 ein Faktor am Rohölmarkt“, sagt Diehl. Auch das Londoner Center for Global Energy Studies (CGES) sieht bislang keine Entspannung bei der hohen chinesischen Nachfrage. In seinem monatlichen Ölreport weist das CGES darauf hin, dass die Wirtschaft der Volksrepublik China weiter mit einer Jahresrate von etwa 9,5 Prozent wachse.

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