Schritt in der Neujahrsnacht
China will eigene Währung erneut aufwerten

Die chinesische Führung will den Yuan nach Informationen der "WirtschaftsWoche" erneut aufwerten: In der Neujahrsnacht soll der Wechselkurs zum Dollar auf das Verhältnis 7,5 zu 1 geändert werden. Es wäre eine deutlich stärkere Aufwertung als im Juli.

HB PEKING. Das Magazin beruft sich bei seinem Bericht auf Regierungskreise in Peking. Aktuell beträgt der Wechselkurs 8,08 Yuan zu einem US-Dollar. Dieser Kurs resultiert aus der Aufwertung im Juli dieses Jahres. Damals wurde die chinesische Währung von der Notenbank des Landes um 2,1 Prozent aufgewertet. Wird der Kurs in der Neujahrsnacht so verändert wie von der "WirtschaftsWoche" gemeldet, entspräche dies einer Aufwertung um 7,2 Prozent.

Mit einer weiteren Aufwertung des Yuan dürfte die chinesische Führung die USA zu besänftigen versuchen, die seit langem auf eine Aufwertung des Yuan drängt. Washington hofft, dass eine Aufwertung das Handelsbilanzdefizit verringert. Außerdem rechnet Peking nach Erkenntnissen der "WirtschaftsWoche" damit, dass mit dem Nachlassen der Immobilienhausse in den USA und einer damit verbundenen deutlichen Konjunkturabschwächung der politische Druck aus Washington stark zunehmen würde. Eine noch viel höhere Yuan-Aufwertung wäre dann unausweichlich.

Die chinesische Notenbank hatte am 21. Juli nicht nur den Yuan aufgewertet, sondern auch die Bindung der Währung an den Dollar aufgehoben. Sie galt seit 1994 zunächst inoffiziell und später offiziell mit einer Bandbreite von 0,3 Prozent. Statt an die US-Währung wurde der Kurs des Yuan an einen Währungskorb gekoppelt. Dieser wird vom Dollar, dem Euro, dem japanischen Yen und dem südkoreanischen Won dominiert, wie die Notenbank Anfang August mitteilte.

Der Yuan ist aktuell je nach Schätzung um 15 bis 40 Prozent unterbewertet. Das verschafft China Wettbewerbsvorteile im Export und Arbeitsplätze. Nach der jüngsten Aufwertung der Werbung hatte Markus Taube, Professor für die chinesische Wirtschaft an der Universität Duisburg, erklärt, er erwarte mittelfristig nur eine moderate Aufwertung "im Gleichklang mit Chinas Entwicklung zu einem Industriestaat".

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