Schuldenangst
Euro bremst Anstieg ab

Der Euro legte heute wieder kräftig zu. Die Kursentwicklung wird einigen Marktteilnehmer allmählich unheimlich. Verkäufe bremsen die Euro-Rally ab. Beim Dollar ist der Verkaufsdruck ungebrochen.
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Frankfurt

Gewinnmitnahmen haben die jüngste Euro-Rally zum Wochenende etwas abgebremst. Die Gemeinschaftswährung notierte am späten Donnerstagnachmittag noch bei 1,4552 Dollar, nachdem sie im Tagesverlauf mit 1,4649 Dollar zeitweise auf den höchsten Stand seit Dezember 2009 geklettert war.

Der rasante Anstieg der vergangenen Tage sei wohl etwas zu viel des Guten gewesen, sagte HSBC-Trinkaus-Volkswirt Rainer Sartoris. Am Montag hatten die zunehmende Diskussion über eine Umschuldung Griechenlands und die Sorge vor langwierigen Verhandlungen über das portugiesische Rettungspaket den Euro auf bis zu 1,4155 Dollar fallen lassen.

Nach Einschätzung von Analysten handelt es sich bei dem aktuellen Aufwärtstrend allerdings weniger um eine Euro-Stärke als um eine Dollar-Schwäche. "Die Unfähigkeit des US-Kongresses, sich auf eine Anhebung der Schuldengrenze zu einigen, nährt Zweifel an der Fähigkeit der US-Politik, eine nachhaltige Fiskalpolitik zu produzieren", schrieben die Experten der Commerzbank in einem Kommentar. Die Ratingagentur S&P hatte am Montag vor einer schlechteren Beurteilung der Kreditwürdigkeit der USA gewarnt, sollten sich Regierung und Opposition nicht auf einen Sparkurs verständigen können.

Der Dollar-Index, der die Kursentwicklung zu einem Währungskorb misst, fiel zeitweise um 0,9 Prozent auf 73,74 Zähler und damit auf den niedrigsten Stand seit August 2008. Gegenüber der Schweizer Währung notierte der Dollar auf einem Rekordtief von bis zu 0,8782 Franken. Das Pfund Sterling stieg in der Spitze auf 1,6600 Dollar und damit auf den höchsten Stand seit Dezember 2009. "Die Anleger nehmen nach der europäischen Schuldenkrise nun auch die Schuldenprobleme in den USA stärker wahr", sagte Richard Falkenhall, Währungsstratege der SEB.

Dass die Zweifel an der Zahlungsfähigkeit einiger europäischer Länder aber noch lange nicht ausgeräumt sind, macht die Entwicklung am Rentenmarkt deutlich. Trotz des jüngsten Kursfeuerwerks an den Aktienmärkten komme der Bund-Future bislang relativ ungeschoren davon, urteilten die Analysten der Metzler Bank. Die Bundesanleihen machen ihrem Ruf als "sicherer Hafen" derzeit alle Ehren. Am Donnerstag notierte der Bund-Future, der die Entwicklung der zehnjährigen Bundesanleihe abbildet, mit 122,28 Punkten 34 Ticks im Plus. Solange die Unsicherheit über die Umschuldung Griechenlands andauere, sollten Bunds trotz Höchstständen bei den Aktien relativ gut gefragt bleiben, schrieb Commerzbank-Analyst Christoph Rieger in einem Kommentar.

Der Ausverkauf bei den Anleihen der europäischen Sorgenkinder ging dagegen weiter: Die Rendite der zehnjährigen portugiesischen Papiere stieg auf über zehn Prozent und damit auf den höchsten Stand seit Einführung des Euro. Griechische Anleihen rentierten bei 15,117 Prozent nach 15,030 Prozent am Mittwoch. Auch die Versicherung eines zehn Millionen schweren Kredits an das südeuropäische Land per Credit Default Swap (CDS) verteuerte sich erneut um 53.000 auf eine Rekordwert von 1,335 Millionen Euro, wie der Datenanbieter Markit mitteilte.

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  • Kai, du hast Recht. Diese Idioten besetzen ca. seit dem Erdbeben in Japan dieses Forum mit ihren kruden Theorien, es ist nicht zum aushalten. Als Antwort auf Nachfrage oder Anmache kommt nichts oder das bekannte -SCHLAFT WEITER-.
    Das Beben ist gemacht, der weltweite Finanzcrash ist auch geplant, um den 20 Mai herum gibts am new Madrid fault (USA) ein riesiges, natürlich menschlich gemachtes Beben (oder sinds doch die aliens?) usw. usw....
    User Pedro könnte es auf den Punkt gebracht haben: Leute, die nichts zu tun haben und geistig auf dem Weg ins Nirvana sind.
    Es wird Zeit, daß diese nervigen Spinner mal verbalen Gegenwind bekommen. Sonst wird das Beben in Japan plus Supergau am Ende noch ein -inside Job-. Hoffentlich hab ich jetzt da niemanden auf die Idee gebracht...

  • Und die arme Sau, die für sein Geld arbeiten muß,
    muß halt schauen wo er bleibt.

  • Das war nur eine Aussage zum kurzfristigen Trend.
    Den mittel bis langfristigen Trend verrate ich nicht.
    Die Fed inkl. Ezb lesen nämlich bei mir.

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