Schuldenkrise
"Der Euro ist sehr verwundbar"

Die europäischen Finanzminister lassen Griechenland zappeln. Das sorgt für Unsicherheit an den Märkten. Der Euro fällt, der Dax auch, die Ausfallversicherungen für griechische Staatsanleihen verteuern sich.
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FrankfurtDie Verzögerungen bei der Freigabe der nächsten Hilfskredite für Griechenland haben den Euro am Montag noch einmal deutlich abrutschen lassen. Die Gemeinschaftswährung fiel gegenüber ihrem New Yorker Schlusskurs um mehr als einen US-Cent auf 1,4192 Dollar. Sie näherte sich damit wieder ihrem in der vergangenen Woche erreichten Drei-Wochen-Tief von 1,4071 Dollar.

"Der Euro ist wegen des unsicheren Ausblicks für Griechenland immer noch sehr verwundbar", sagte Niels Christensen, Chef-Devisenstratege bei der Nordea Bank AB in Kopenhagen. "Zudem gibt es aufgrund von Besorgnis über das Weltwirtschaftswachstum eine gewisse Risikoaversion. Davon profitiert der Dollar im Verhältnis zum Euro", ergänzte er.

"Unsere Haltung tendiert dahin, den Euro bei Aufwärtsbewegungen zu verkaufen", sagte Sean Callow, Leitender Devisenstratege bei Westpac Banking Corp. in Sydney. "Wir sind nicht davon überzeugt, dass Griechenland den politischen Willen hat, alles zu tun, was die Geldgeber verlangen", ergänzte er. Callow empfiehlt den Euro bei Kursen über 1,43 Dollar zu verkaufen.

Die vertagte EU-Entscheidung zur Auszahlung weiterer Hilfen trieb auch die Kosten für die Versicherung griechischer Schulden gegen einen Zahlungsausfall wieder in die Höhe. Fünfjährige Kreditausfallversicherungen (CDS) auf griechische Staatsanleihen verteuerten sich um 128 auf 2,025 Basispunkte, wie der Datenanbieter Markit mitteilte. Das bedeutet, dass es 2,025 Millionen Euro kostet, Schulden des Mittelmeeranrainers in Höhe von zehn Millionen Euro abzusichern.

Auch italienische CDS legten wieder zu und stiegen um elf auf 182 Basispunkte. Auslöser war die Ankündigung der Ratingagentur Moody's, eine Herabstufung der Note „Aa2“ für die Staatsanleihen des Eurolandes zu prüfen. Moody's folgt damit dem Konkurrenten Standard & Poor's, der im Mai den Ausblick für der Italien auf „negativ“ gesenkt hat, womit ebenfalls eine Herabstufung des Ratings droht.

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