Schuldenkrise
Euro fällt unter 1,30 Dollar

Wer ist der Nächste? Nachdem Irland unter den Euro-Rettungsschirm geschlüpft ist, wird an den Märkten darüber spekuliert, dass weitere Länder finanzielle Hilfe benötigen könnten. Die Politik bemüht sich, einen Flächenbrand zu verhindern. Doch die Investoren geben sich damit nicht zufrieden - und flüchten aus dem Euro.
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HB FRANKFURT. Die Schuldenproblematik einiger Länder der Euro-Zone hat Anleger aus dem Euro getrieben. Die Gemeinschaftswährung fiel bis auf 1,2982 Dollar von 1,3121 Dollar am Vorabend in New York. Damit steht der Euro wieder auf dem Niveau von Mitte September.

"Das Rettungspaket für Irland ist noch mit Unsicherheiten behaftet und auf einen längeren Horizont gesehen sind Restrukturierungen unter Beteiligung des privaten Sektors nicht vom Tisch", sagte Analyst Benjamin Schröder von der Commerzbank. Nachdem Irland unter den Euro-Rettungsschirm geschlüpft ist, wird an den Finanzmärkten darüber spekuliert, dass weitere Länder finanzielle Hilfe benötigen könnten.

Die Ausfallversicherungen auf Anleihen Spaniens und Italiens verteuerten sich deutlich. Auch die Risikoaufschläge für eine ganze Reihe von Ländern gegenüber der als Benchmark geltenden deutschen Bundesanleihe stiegen kräftig, da die deutschen Anleihen als sicherer Hafen gesucht waren. Der Bund-Future stieg um 73 Ticks auf 127,80 Zähler; blieb damit aber deutlich unter dem Kontrakthoch von 133,75 Punkten, das er Anfang September aufgestellt hatte.

Der italienische Außenminister Franco Frattini versuchte Spekulationen zu entkräften, wonach sein Land wegen der hohen Staatsverschuldung zur Last für andere Länder in der Euro-Zone werden könnte. "Italien gehört nicht zu den Risikoländern. Das bestätigen alle Rating-Agenturen", sagte Frattini in einem Interview der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Auch zahlreiche wirtschaftliche Indikatoren zeigten, dass Italien gut dastehe.

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