Schuldenkrise Fifty-Fifty, dass der Euro zerbricht ...

Der Euro steigt, die Renditen der Krisenländer sinken, an den Börsen wird gefeiert. EZB-Chef Mario Draghi scheint bei der Währungsrettung voranzukommen. Das lässt sich auch an manch abstruser Statistik ablesen.
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Wie viel ist der Euro tatsächlich wert? Quelle: dpa

Wie viel ist der Euro tatsächlich wert?

(Foto: dpa)

FrankfurtDer Euro feiert derzeit ein fulminantes Comeback. Mittlerweile notiert die Gemeinschaftswährung wieder deutlich über der Marke von 1,30 Dollar. Damit hat der Euro seit seinem Jahrestief Ende Juli rund zehn Cent gutgemacht.

Doch nicht nur gegenüber dem Dollar hat der Euro derzeit Oberwasser. Laut Nachrichtenagentur Bloomberg hat der Euro im vergangenen Monat die stärkste Entwicklung unter den zehn größten Industrieländern (G10) hingelegt. Selbst der Franken, dessen Mindestkurs von 1,20 Franken zum Euro die Schweizer Notenbank in den letzten Monaten nur mit großen Devisenkäufen verteidigen konnte, ist als Fluchtwährung derzeit nicht mehr gefragt.

Grund für die Euro-Rally ist das neue Anleihekaufprogramm der Europäischen Zentralbank und das positive Urteil zur Verfassungskonformität des Euro-Rettungsschirms. "Offensichtlich gehen viele Marktteilnehmer derzeit davon aus, dass das unbegrenzte Einschreiten der EZB nicht nur ein kurzfristiges Auseinanderbrechen der Euro-Zone verhindert, sondern auch eine langfristige Lösung darstellen könnte", sagt Lutz Karpowitz, Devisenanalyst von der Commerzbank.

Dass der Euro noch weiter steigen könnte, glauben auch immer mehr Spekulanten, die am Devisenmarkt aktiv sind. An der weltgrößten Terminbörse in Chicago sind die Wetten auf einen künftig fallenden Euro gegenüber einem steigenden Euro in den vergangenen Wochen deutlich gesunken. Trotzdem haben die Euro-Pessimisten weiter die Oberhand, wenn auch nur noch mit 102 000 Terminkontrakten Vorsprung. Zum Vergleich, Ende Mai waren es noch mehr als doppelt so viele.

Gewinne beim Euro haben die Devisenanalysten ab Anfang August vorhergesagt, inzwischen macht sich unter einigen jedoch Skepsis breit. Strategen der Commerzbank, von Morgan Stanley und der Royal Bank of Canada erwarten, dass der Euro auf Zwölfmonatssicht in Richtung 1,15 Dollar sackt. "Die vermeintliche Partydroge der EZB wird letztendlich Gift für die Sparanstrengungen der Regierungen sein und die Euro-Länder dürften die Monetarisierung der Staatsverschuldung damit früher oder später mit hohen Inflationsraten bezahlen", meinen die Commerzbank-Devisenstrategen. Zugleich sei die momentane Dollar-Schwäche nur vorrübergehend.

"Der Euro wird noch deutlich steigen"

Dem widersprechen die Experten bei HSBC und Goldman Sachs. Sie glauben, die Schuldenprobleme der USA gewinnen an Bedeutung und die Euro-Krise geht auf ihr Ende zu. Goldman sieht den Euro in einem Jahr bei 1,40 Dollar.

Aber nicht nur am Devisenmarkt wirkt die Droge von EZB-Chef Mario Draghi, sondern auch am Anleihemarkt. Kie Kosten zur Absicherung gegen Zahlungsausfälle auf Bonds westeuropäischer Länder sind auf ein 15-Monats- Tief gefallen. Das Vertrauen in den Bankensektor in der Region bessert sich. Seit dem 1. Juni haben sich Bankaktien um 33 Prozent verteuert, mehr als der Stoxx Europe 600 Index, der im gleichen Zeitraum auf Kursgewinne von 18 Prozent kommt.

Draghis Vorgänger Jean-Claude Trichet begrenzte die Käufe von Staatsanleihen der hoch verschuldeten Euroländer, während sich die fast drei Jahre andauernde Krise zuspitzte. Seit Draghi im November an die Spitze der EZB rückte, hat er das Gegenteil unternommen.
“Er hat die Spielregeln verändert”, sagt Axel Merk, Präsident und Gründer von Merk Investments LLC in Palo Alto im US-Bundesstaat Kalifornien in einem Interview am 13. September. “Draghi hat Schwerarbeit geleistet.” Der von Merk verwaltete Hartwährung-Fonds hat im vergangenen Monat 3,38 Prozent an Wert gewonnen und sich damit besser als 92 Prozent der Fonds in dieser Anlagekategorie entwickelt, zeigen Bloomberg-Daten.
Merk sagt, er sei im laufenden Jahr zunächst “sehr negativ” zum Euro eingestellt gewesen, weil der in Europa ablaufende Prozess zur Lösung der Krise seiner Meinung nach sehr dysfunktional verlaufe. Aber mittlerweile ist er auf die Käuferseite gewechselt. “Der Euro wird von hier weiter deutlich steigen, obwohl er aus dem Gröbsten noch nicht heraus ist”, sagt Merk.

Die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einem Auseinanderbrechen der Währungsunion bis Ende 2013 kommt, ist nach Daten von Intrade.com aus Dublin von mehr als 60 Prozent Ende Juli auf mittlerweile 50 Prozent zurückgegangen. In der Vorwoche hatte Draghi Einzelheiten zu einem im August angekündigten Plan zum Kauf von Staatsanleihen aus Euroraum-Ländern, darunter Italien und Spanien, vorgestellt.

Die Geldmenge wird massiv ausgeweitet

Euro-Krise jagt Deutschen Angst ein
huGO-BildID: 12294855 Ein Boersenmakler arbeitet am Donnerstag, 16. Oktober 2008, an der Boerse in Frankfurt am Main. Die Angst vor einer Rezession h
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Eine Studie zeigt jetzt aufs Neue, dass die Angelsachsen mit der „German Angst“ grundsätzlich nicht falsch liegen: Auch 2012 wird in der Bundesrepublik wie eh und je gefürchtet. Anders als die Definition der „German Angst“ jedoch impliziert, sind es dabei aber keineswegs diffuse Ängste, die die Deutschen umtreibt. In der am Donnerstag veröffentlichten R+V-Langzeitstudie „Die Ängste der Deutschen“ erreichen in diesem Jahr ausschließlich wirtschaftlich-politische Sorgen Spitzenwerte.

huGO-BildID: 12233878 Ein Aktienhaendler ist am Freitag, 10. Oktober 2008, an der Boerse in Frankfurt am Main zu sehen. Die Angst vor einer weltweite
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Schuldenkrise

Fast drei Viertel aller Deutschen sind sich einig: Die Schuldenkrise einiger EU-Mitgliedsstaaten, wie Griechenland, Portugal, Spanien und Italien, sowie die Auswirkungen des Schuldenkrisenmanagements für den deutschen Steuerzahler bereiten die größten Sorgen. Mit 73 Prozent erreicht diese Angst den zweithöchsten Wert, der jemals in der Ängste-Studie gemessen wurde (2011: 70 Prozent).

Containerschiffe im Hamburger Hafen
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Konjunktureinbruch

Gleichzeitig liegt die Sorge vor einem Konjunktureinbruch gegenüber dem Vorjahr um vier Punkte höher: Sie kletterte von 48 auf 52 Prozent. „Die Sorgen der Mehrheit der Befragten sind verständlich“, so Professor Manfred Schmidt, Professor der Politikwissenschaften an der Universität Heidelberg: „Deutschlands Wirtschaft wächst langsamer als zuvor.“ Viele befürchteten, dass Europas Schuldenkrise Deutschlands Steuerzahler teuer zu stehen komme, so Schmidt.

Deutschland droht Verlust des Spitzenratings
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Euro-Zusammenbruch

Zudem befürchten 2012 zwei Drittel aller Deutschen (65 Prozent), dass der Euro durch die Schuldenkrise gefährdet ist. Diese Angst ist gegenüber dem Vorjahr um 5 Prozentpunkte gestiegen.

EU-Flagge
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Entscheidungen aus Brüssel

Darüber hinaus grassiert bei den Deutschen auch die Furcht vor politischem Missmanagement in Brüssel. 60 Prozent aller Befragten sehen die Finanz- und Wirtschaftskraft Deutschlands durch Beschlüsse der Europäischen Union gefährdet.

Geldscheine
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Steigende Lebenshaltungskosten

Die Studie wird seit mehr als 20 Jahren im Auftrag der R+V-Versicherung erstellt, rund 2.500 Bürger werden dafür jedes Jahr nach ihren größten Ängsten befragt. Bei den Ängsten, die standardmäßig abgefragt werden, ist die Furcht vor steigenden Lebenshaltungskosten erneut mit 63 Prozent Spitzenreiter. Die Befürchtung, dass alles immer teurer wird, ist ein Dauerbrenner im Ängste-Ranking und war in den vergangenen 20 Jahren insgesamt 13 Mal auf dem ersten Platz.

Fraktionen beraten ueber neues Wahlrecht
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Überforderung der Politiker

Seit Jahren zweifelt die Mehrheit der Deutschen zudem daran, dass die Volksvertreter ihren Aufgaben gewachsen sind. Mit 55 Prozent rangiert die Furcht vor der Überforderung der Politiker in diesem Jahr auf Platz 2, gefolgt von der Befürchtung, dass sich die Wirtschaftslage verschlechtern könnte.

Der Euro war am 14. September auf ein Vier-Monats-Hoch bei 1,3169 Dollar geklettert. Im vergangenen Monat hat der Euro gegenüber einem Korb von Währungen aus Industrieländern um 3,6 Prozent zugelegt, darunter Yen, Pfund und Franken. In diesem Zeitraum ist der Euro der größte Gewinner in dieser Devisengruppe, zeigen korrelationsgewichtete Bloomberg-Indizes. Am Montag notierte der Euro zum Dollar 0,2 Prozent leichter bei 1,3105 Dollar je Euro.
Europas Politiker bislang “ihre Bereitschaft demonstriert, die Währungsunion zu unterstützen und so viel wie möglich dafür zu tun”, sagt Mary Nicola, Devisenstrategin bei BNP Paribas SA in New York.
BNP Paribas hat unter 50 von Bloomberg befragten Devisenstrategen bis Jahresende die höchste Euro-Dollar Prognose und sieht einen weiteren Anstieg auf bis 1,35 Dollar je Euro. Seit Einführung der Gemeinschaftswährung 1999 liegt der durchschnittliche Euro-Dollar Wechselkurs bei 1,21.

Noch über die Sommermonate hinweg hatten Devisenstrategen ihre Euro-Dollar Prognosen gesenkt. Sie sahen den Wechselkurs bis Jahresende im Durchschnitt auf 1,23 fallen, gegenüber der Median-Schätzung vom Mai bei 1,28.
Im Stimmungsumschwung hatte die Entschlossenheit beigetragen, mit der Draghi in seiner Rede in London eintrat. “Glauben sie mir - es wird ausreichen”, sagte er mit Blick auf die geplanten Anleihekäufe. Anders als sein Vorgänger Trichet will er die Käufe in nach oben unbegrenztem Umfang vornehmen und besteht nicht auf Vorrangigkeit der EZB gegenüber anderen Anleihegläubigern. Im letzten Jahr der Amtszeit von Trichet weitete sich deren Bilanz um rund 442 Mrd. Euro auf 2,33 Billionen Euro aus. Seit Draghi die Notenbank leitet, ist die Bilanzsumme der EZB um weitere 745 Mrd. Euro angestiegen.

"Die EZB ist so mächtig wie die Fed"

Die Lebenslügen des Euro
Euro-Skulptur vor EZB
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Nach Irland, Portugal, Griechenland, Spanien, Irland und Zypern gibt es schon den nächsten Problemfall in der Euro-Zone: Frankreich droht die Bestnote der Ratingagenturen zu verlieren. Ohne französisches Triple-A wiederum gerät die gesamte Konstruktion des Rettungsschirms EFSF ins Wanken. Dieser kann nur funktionieren, wenn die beiden größten Mitglieder der Währungsunion, Deutschland und Frankreich, die beste Bonität aufweisen. Die jüngsten Entwicklungen verdeutlichen einmal mehr, wie sehr die Politik Illusionen aufsitzt – und wie sehr sie an ökonomischen Lebenslügen festhält. Der Euro hat kein stabiles Fundament, weil die Prinzipien, die ihn stabil und zukunftsfähig machen sollten, entweder von Anfang an fehlten oder sukzessive ausgehebelt wurden. Ein Überblick über die sieben Euro-Lebenslügen.

Sonne in München
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Lüge 1: Wohlstand für alle

Ein gemeinsamer Wirtschaftsraum braucht ein gemeinsames Geld. Mit diesem Postulat warben die Politiker in den Neunzigerjahren für eine Einheitswährung in Europa. Unter dem Dach einer gemeinsamen Geldpolitik sollten alle Länder von stabilen Preisen und mehr Wohlstand profitieren. Die ökonomischen Fakten sprachen schon damals dagegen. So macht eine Einheitswährung ökonomisch nur Sinn, wenn die Mitglieder einen sogenannten „optimalen Währungsraum“ bilden. Dazu müssen die Löhne und Preise flexibel und die Arbeitskräfte mobil sein. Güter- und Kapitalmärkte sollten stark vernetzt sein. In den meisten Euro-Ländern aber sind die Löhne nicht hinreichend flexibel und die Arbeitskräfte wenig mobil.

Moody's droht Spanien mit Herabstufung der Bonität
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Lüge 2: Mehr Konvergenz

Schon in den Siebzigerjahren plädierten Politiker dafür, die wirtschaftliche Integration Europas durch eine gemeinsame Währung zu beschleunigen. Mit dieser sogenannten Grundsteintheorie setzten sie sich gegen die Vertreter der Krönungstheorie durch. Letztere warnten, eine gemeinsame Währung dürfe erst eingeführt werden, wenn die beteiligten Länder sich wirtschaftlich stark angeglichen haben. In der Euro-Krise entpuppt sich die Grundsteintheorie nun als historischer Irrtum. Statt zusammenzuwachsen, haben sich die Mitgliedsländer wirtschaftlich auseinandergelebt. Handelsungleichgewichte verstärken die zentrifugalen Kräfte. Die Krise zwingt die Südländer Löhne und Preise zu senken, um wieder wettbewerbsfähig zu werden. Doch das würgt die Konjunktur ab und erschwert die Konsolidierung der Staatshaushalte. Dagegen wächst die deutsche Wirtschaft kräftig. Die divergierende Euro-Zone lässt sich kaum mehr durch einen Einheitszins steuern.

Euro-Gipfel in Brüssel - Illustration
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Lüge 3: No Bail-Out

Jeder für sich und Gott für uns alle. Das war das Prinzip, nach dem die Finanzpolitik in der Währungsgemeinschaft konzipiert war. Doch seit die Finanz- und Schuldenkrise eskaliert, scheren sich die Regierungen um diese zentrale Vorgabe nicht mehr. Schon mit dem ersten Rettungspaket für Griechenland im vergangenen Jahr verstießen sie gegen die No-bail-out-Klausel. Seither haften die deutschen Steuerzahler für die von der Staatsbank KfW vergebenen Hilfskredite an Griechenland. Mit den Rettungspaketen für die Griechen wird die Klausel endgültig ausgehebelt. Aus der erhofften Stabilitätsunion ist somit eine Haftungs- und Schuldengemeinschaft geworden.

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Lüge 4: Die Statistik lügt nicht

Heute sind alle schlauer. Griechenland hätte nie in den Euro gedurft, sagen rückblickend Altkanzler Helmut Kohl ebenso wie Bundeskanzlerin Angela Merkel. Sieben Mal in Folge, von 1997 bis 2003, meldeten die Griechen falsche Defizitzahlen nach Brüssel. Mittlerweile ist auch klar, dass die griechischen Mauscheleien in den EU-Hauptstädten schon sehr viel länger bekannt waren. Insgeheim hofften alle, dass ein so kleines Land keine Auswirkungen für die gesamte Währungszone hat. Eine Fehleinschätzung, wie sich gezeigt hat. Hinzu kam politischer Druck von ganz oben. Die Währungsunion, so die politische Vorgabe, sollte möglichst viele Staaten umfassen. Dass die Euro-Geldscheine von Anfang an mit der griechischen Bezeichnung Evro konzipiert wurden, obwohl Griechenland noch gar nicht Mitglied in der Euro-Zone war, spricht für sich.

WAIGEL KOHL
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Lüge 5: Stabilitätsunion

Für Theo Waigel war die Sache klar: „Der Euro wird nur dann eine erfolgreiche und geachtete Währung sein, wenn er auch eine stabile Währung ist“, befand der damalige Bundesfinanzminister, als die angehenden Mitglieder der Euro-Zone 1996 auf deutschen Druck hin den Stabilitätspakt beschlossen. Eine Obergrenze von drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für das Haushaltsdefizit, eine Deckelung der Staatsverschuldung bei 60 Prozent vom BIP sollten Schuldensünder disziplinieren. Doch die Sanktionen, die der Stabilitätspakt vorsah, wurden nicht ein einziges Mal angewandt. Mehr noch: Die Politik weichte sie nachträglich auf. „Jeder Staat Europas kann sich nach Belieben verschulden, ohne durch höhere Zinsen bestraft zu werden“, warnt ifo-Chef Hans-Werner Sinn.

German Chancellor Merkel addresses news conference in Berlin
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Lüge 6: Fördern und Fordern

Seitdem die Euro-Staaten das erste Hilfspaket für Griechenland beschlossen, wiederholt Angela Merkel unablässig, dass europäische Solidarität ihren Preis habe. „Die Vergabe ist an strenge Konditionen geknüpft“, versprach die Kanzlerin den Bundesbürgern, als im Mai 2010 der Übergangs-Rettungsfonds EFSF geschaffen wurde. Die Realität ist eine andere. Griechenland hatte bereits die Auflagen aus dem ersten Paket nicht erfüllt, wie EU-Kommission, EZB und IWF festgestellt haben. Trotzdem bekam das Land ein zweites Hilfspaket. In Portugal und Irland sieht es nicht viel besser aus.

“Für die Art, wie er vorgegangen ist, habe ich ihn ein Genie genannt”, sagt Merk über Draghi. “Er hat geschafft, was die Politiker nicht erreicht haben, ohne sich zu sehr auf die politische Ebene zu begeben. Er nimmt die Akteure in der Politik in die Pflicht.”
Zuletzt hat auch die Ankündigung der dritten Runde lockerer Geldpolitik der US-Notenbank Fed in der Vorwoche dazu geführt, den Euro zu beflügeln. “Über die Jahre hinweg haben Investoren gelernt, dass es sich nicht lohnt, sich gegen die Fed zu positionieren”, sagt Holger Schmieding, Chefvolkswirt bei Berenberg Bank in London in einem Interview im September. “Diejenigen, die auf ein Ende des Euro gesetzt haben, könnten nun gezwungen sein, zu erkennen, dass die EZB so mächtig wie die Fed ist”, führt Schmieding weiter aus.


  • dlm
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29 Kommentare zu "Schuldenkrise: Fifty-Fifty, dass der Euro zerbricht ..."

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  • Schade!

    In Deutschland wird die Mittelmäßigkeit und darunter unterstützt!
    Die Leistungsträger der Gesellschaft werden bestraft!

    Was ist das nur für ein System geworden......
    ...und wann gehen wir Deutschen endlich auf die Straße?



  • schreiben Sie: "Halbzeit 1-Euro-Job"!

    Kidnerkrippen udn Horte wollen finaziert und unterahlten werden. Das zahlt der ausländische Kunde des deustchen Exporteurs alles über den Produktpreis mit bei "Made in geBmOn(€)y".

  • Der Euro wird, in dieser Gemeinschaftsform, zerbrechen. Es sind nicht die erforderlichen, wirtschaftlichen Voraussetzungen vorhande. Und alle Euro-Staaten auf eine gleiche wirtschaftliche Ebene zu hieven, kann nicht auf Dauer gelingen. Die Starken werden daran zerbrechen.

    Davon bin ich fest überzeugt.
    Der Euro hat seine Halbwertzeit überschritten.

  • "Innere Kündigung" heisst noch lange nicht, dass man auch wirklich geht. Da können Sie geschätzte 25% der Arbeitnehmer fragen, die einen Hunderter mehr haben, als Hartz 4...

  • Eine stabile Währung erfordert stabile Staatsfinanzen und da sieht es bei den Mitgliedern der EURO-Zone sehr bedenklich aus. Die Strukturreformen werden, wenn sie denn überhaupt angegangen werden, zunächst keine Entlastung der Staatshaushalte bringen sondern die Schulden werden durch politisch "notwendige" Sozialprogramme weiter steigen.
    Da bleibt nur das Anleihen-Aufkauf-Programm der EZB und das wird inflationär wirken.
    Die wirkliche EURO-Rettung ist nicht in Sicht, wohl aber der liraisierte EURO !!

  • Ich wundere mich immer wieder warum sich in allen Online-Foren eine solche Übermacht von Schwarzsehern tummelt (Handelsblatt, Zeit, SPON, usw.) und ich verstehe diese ständige Weltuntergangsstimmung nicht mehr.
    Warum sollte der Euro nicht zu retten sein? Klar, es gibt offensichtlich massive Verzerrungen und Probleme und dementsprechend ist es doch auch einleuchtend daß die nicht kurzfristig zu lösen sind, schon gar nicht in einem Staatenbund wie der EU.
    Das ist ein langwieriger Prozess, aber ich persönlich bin relativ optimistisch.
    Meines Erachtens machen alle einen mehr oder weniger guten Job bislang, das gilt für Draghi und ebenso für Merkel und Schäuble.

  • @ Widerstand,
    "stark abnehmender Bereitschaft zu Strukturreformen"
    ist wie die "Selbstschuld" bei den Juden unter Adolf.
    Vergleichen Sie zuerst die Soziale Leistungen in Deutschland (ein Paradies für sozial Schmarotzer) mit denen in Portugal, Spanien, Italien oder Griechenland wo es überhaupt kein Hartz IV oder ähnliches gibt, dann dürfen Sie mitreden. Sozialdumping ist nicht die Lösung.
    Ich nehme aber an dass Sie einfach das Wort "Strukturreform" nachplappern ohne zu wissen was damit gemeint ist!
    Als Ratschlag empfehle ich Ihnen und Ihrergelichen eine andere Lektüre und auf fremde Sender umzuschalten.

  • Fräulein Merkel hätte viel früher handeln müssen, nun hat es Draghi gemacht und die Märket beruhigt. Die Krise ist noch längst nicht zu Ende. Nächster Schritt ist einen Banken Union, da blockt aber Deutschland wieder...

  • Der Artikel trifft den Nagel auf den Kopf: Die Draghi-Strategie kostet die EZB kein Geld, wahrscheinlich muß die EZB am Ende gar keine Anleihen kaufen. Während alle Versuche eines sogenannten "limitierten Eingreifens" wahnsinnig teuer und letztendlich vergeblich waren. Die Gegner des Draghi-Kurses würden Europa - und Deutschland - runinieren. Das haben diese Leute allerdings bis heute noch nicht begriffen und rennen immer wieder mit ihrem Kopf gegen die Wand, gefolgt von einer viel zu breiten Schar medialer Meinungsmnacher und populistischer Politiker. Es wird auch Zeit, einigen Vokswirtschaftlichen Fahnenträgern aus der "alten Schule" den Kopf zu waschen und klar zu machen, dass in solchen Krisen nicht das volkswirtschaftliche Formelwerk, sondern die Psychologie der entscheidende Faktor ist. Draghi hats kapiert, die Creme de la Creme der deutschen Volkswirte (und Bundesbanker) leider noch nicht!

  • Was man jetzt macht, ist, sich eine neue Generation von Sozialhilfeempfängern heranzüchten. Viele, der betroffenen Jugendlichen resignieren und ziehen sich zurück in eine eigene Welt. Die bekommt man nicht mehr so leicht wieder an den Arbeitsmarkt (ich spreche jetzt aus der Praxis). Sie versuchen es garnicht mehr und wenn sie dann in dem einen oder anderen Projekt landen sollten, na dann machen sie das, aber eigentlich ist es zu Hause bei Mami schon bequemer.

    Eine ziemlich besorgnisserregende Entwicklung, die vor allen Dingen bei männlichen Jugendlichen zu beobachten ist. Wenn man hier keine Antwort findet, dann werden die nie im Stande sein irgendetwas zu zahlen.
    Kinder zu sehr zu verwöhnen, wird in der Zwischenzeit als eine Form von Misshandlung definiert.

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