Schutz vor Inflation
Goldanlagen federn Risiken ab

Sie gelten als sicherer Hafen in schweren Zeiten: Goldanlagen sind ein klassisches Absicherungsinstrument gegen die drohende Inflation. Auch jetzt raten Experten zu Zukäufen.

DÜSSELDORF. Als klassisches Absicherungsinstrument gegen Inflation und zum Erhalt der Vermögenswerte gilt Gold. Erste Experten prognostizieren daher bereits heute weiter steigende Goldpreise, zumal das Thema Inflation noch von vielen Marktteilnehmern verkannt wird.

„Ungeachtet zwischenzeitlicher Rückgänge aufgrund von Gewinnmitnahmen ist der Trend des Goldpreises weiter nach oben gerichtet“, glaubt Eberhardt Unger vom unabhängigen Analysehaus Fairesearch und rät zu Zukäufen. Gerade werde „die nächste Blase in der Welt aufgepumpt“. Denn entgegen allen gängigen Stabilitätskriterien werde die weltweite Staatsverschuldung so stark ausgeweitet, „dass auf mittlere bis längere Sicht eine Inflationierung kaum noch zu vermeiden sein wird“, so Unger.

Die Finanzkrise hat die Investoren – unabhängig von möglichen Inflationsrisiken – bereits in Goldanlagen getrieben. Das Edelmetall wurde als „sicherer Hafen“ physisch gekauft, also in Form von Münzen oder Barren. Begehrt waren aber auch ETF, börsennotierte Fonds, die mit Gold hinterlegt sind. Die Bestände des weltgrößten Gold-ETF, SPDR Gold Trust, übersteigen inzwischen sogar die der Schweizer Notenbank. Die Folge: Gold kostete Mitte Februar rund 1 000 Dollar je Feinunze. Gewinnmitnahmen haben den Preis seither wieder auf zuletzt 920 Dollar gedrückt.

Ungeachtet temporärer Rückschläge wird der Preis aber wieder steigen, davon ist auch Wilhelm Peinemann von der gleichnamigen Göttinger Vermögensbetreuungsgesellschaft überzeugt. Für ihn ist das Vertrauen in die Papierwährungen entscheidend: „Je nachdem, wie schwach die Währungen werden, umso stärker wird Gold“.

Höhere Goldpreise erwartet auch die DZ Bank, zumal die aktuelle Inflationserwartung zu niedrig sei. Die Bank hat drei Szenarien erarbeitet und dabei in die Vergangenheit geblickt: „Die Geschichte lehrt, dass Gold langfristig als Inflationsabsicherung genutzt werden kann.“ Zeiten, die durch stark steigende Inflation geprägt waren, seien stets positiv für Gold gewesen. Sollten die Inflationsraten in den USA auf mehr als zehn Prozent steigen, könnte der nominale Goldpreis Ende 2010 laut DZ Bank bis 2 100 Dollar anziehen. Im Falle einer Deflation wie bei der „Großen Depression“ in den USA in den frühen 1930er-Jahren sei sogar ein Preis von bis zu 2 300 Dollar möglich. In ihrem Basisszenario nehmen die Experten an, dass die Zinsen auf niedrigem Niveau bleiben und die Inflationsrate sich dem langfristigen Mittelwert von 2,8 Prozent nähert. In diesem Fall werde Gold bis zum vierten Quartal 2010 auf 1 200 Dollar klettern.

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