Schwache Währung
China hängt den Euro ab

Lange Zeit galt der Euro als die zweitwichtigste Handelswährung der Welt gleich nach dem Dollar. Doch die guten Jahre für den Euro gehen ihrem Ende zu. Konkurrenz macht ihm der chinesische Yuan.
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New YorkWenn es um die Finanzierung der Handelsbeziehungen geht, läuft der chinesische Yuan dem Euro als zweitwichtigste Währung den Rang ab. Einer Branchenstudie zufolge hat sich die chinesische Währung vor dem Euro als weltweit zweitwichtigste Währung in der Handelsfinanzierung hinter dem Dollar etabliert. Das geht aus einer Mitteilung der in Belgien ansässigen Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication (Swift) hervor, die am Dienstag in Brüssel vorgelegt wurde.

Die chinesische Währung, auch Renminbi genannt, kam den Recherchen der Organisation zufolge als Währung zur Handelsfinanzierung im Oktober global auf einen Anteil von 8,66 Prozent. Der Euro erreichte im gleichen Monat 6,64 Prozent, so Swift. China, Hongkong, Singapur, Deutschland und Australien waren demnach die stärksten Nutzer des Yuan als Handelswährung.

„Der Renminbi ist im Welthandel eine der führenden Devisen, und das gilt noch weitaus mehr für den Handel in Asien”, sagt Franck de Praetere von Swift in Singapur, der das Geschäft in Asien und im pazifischen Raum leitet.

Der Yuan wurde als Transaktionswährung in der weltweiten Zahlungsabwicklung im Oktober unverändert zum Vormonat auf dem 12. Rang geführt, wie aus den Swift-Daten weiter hervor geht.

Der Wert in Yuan abgewickelter Transaktionen stieg demnach um 1,5 Prozent, womit das Wachstum aber unterhalb des Durchschnitts aller Handelswährungen lag, der mit 4,6 Prozent im Oktober angegeben wurde. Damit gab der Marktanteil des Yuan leicht von 0,86 auf 0,84 Prozent nach.

Dass die chinesische Währung sich auch hierzulande immer mehr etabliert, zeigen die jüngsten Aktionen der deutschen Börse. Sie wolle gemeinsam mit der Bank of China den Handel mit dem Renminbi vorantreiben, teilte das Unternehmen diese Woche mit. Beide Seiten hätten eine Absichtserklärung für eine strategische Kooperation geschlossen.

Als jeweilig bevorzugte Partner wollen sie Produkte und Dienstleistungen anbieten, um die Geschäftsaktivitäten zwischen China und der Europäischen Union weiter zu vertiefen. Dabei gehe es vor allem um die gemeinsame Entwicklung des Offshore-Renminbi-Markts in Europa.

Agentur
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Bloomberg / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Schwache Währung: China hängt den Euro ab"

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  • praktisch nix mehr.

  • @ Beobachter

    - da freut es mich aber....!

    Ich hoffe, das Kotzen kommt auch noch...:-)

  • Der Euro hatte gute Jahre?

    Es gibt so große leere Worte, daß man darin ganze Völker gefangen halten kann. Stanislav Jerzy Lec

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