Schwächerer Dollarkurs begünstigt das Edelmetall
Goldpreis nimmt Hürde von 420 Dollar

Gold glänzt wieder. Kaum hat der Preis des Edelmetalls nach sechs Monaten wieder die Marke von 420 Dollar übersprungen, melden sich die Optimisten mit geballter Stärke zurück.

KAPSTADT. Nach einer Erhebung des Nachrichtenagentur Bloomberg rechnet über die Hälfte von 44 befragten Händlern mit einem raschen Anstieg des Goldpreises auf das 15-Jahres-Hoch von 433 Dollar je Unze. Begründet wird dies mit dem fallenden Dollarkurs, der sich traditionell in entgegengesetzter Richtung zum Goldpreis bewegt.

„Angesichts der Dollarschwäche und der Schutzfunktion von Gold stehen die Aussichten gut, dass der Goldpreis die Widerstände durchbricht und auf ein neues Rekordniveau schnellt“, glaubt George Ireland, Vermögensverwalter bei Ring Partners in Boston. Daneben verweisen die Optimisten auf den Goldhunger der Chinesen und darauf, dass die jährliche Nachfrage von rund 3 900 Tonnen Gold seit längerem die Produktion von rund 2 500 Tonnen übersteigt.

Dennoch bleibt Vorsicht geboten. Zu oft ist der Preis in den letzten Monaten gestiegen, um gleich danach wieder stärker zurückzufallen. Zum einen liegt dies daran, dass ein Gutteil der Zukäufe auf Aktivitäten von Hedge Fonds und anderen Spekulanten beruht. Sie hatten Gold bereits Mitte April kurz auf den höchsten Stand in fast 15 Jahren getrieben, anschließend ihre Positionen aber auch ebenso schnell wieder aufgelöst.

Daneben wird die höhere Nachfrage seit Jahren durch die hohen Goldreserven der Zentralbanken kompensiert.

Die Verlängerung des Goldabkommens von 15 europäischen Zentralbanken hat sich bisher kaum zu Gunsten des Goldpreises niedergeschlagen. Die Ende September in Kraft getretene Übereinkunft limitiert den Verkauf der Goldvorräte bis 2009 auf insgesamt 2 500 Tonnen bzw. 500 Tonnen pro Jahr. Allerdings haben die Unterzeichner, anders als beim Abschluss des ersten Moratoriums im September 1999, bisher kaum Einzelheiten ihres geplanten Verkaufsprogramms bekannt gegeben. Ein Grund dafür liegt in dem Bestreben der Notenbanken, sich einen attraktiven Goldpreis zu sichern und deshalb möglichst wenig Angaben über ihre Absichten zu machen.

Die weitere Entwicklung des Goldpreises wird recht unterschiedlich eingeschätzt. Dies spiegeln die Aussagen zweier führender Vertreter der Branche wider. Pierre Lassonde, Präsident des weltweit größten Goldproduzenten Newmont Mining, prognostizierte vor kurzem in Denver einen stärkeren Preisanstieg. Er zog Parallelen zur wirtschaftlichen Lage vor 30 Jahren. Weitaus skeptischer ist Kelvin Williams, Marketing-Chef des weltweit zweitgrößten Goldförderers Anglogold Ashanti. Ihn sorgt vor allem der dramatische Rückgang der Schmucknachfrage, auf die 70 bis 80 Prozent des Gesamtabsatzes entfallen. So habe Schmuckbranche in den letzten fünf Jahren fast 25 Prozent weniger Gold nachgefragt.

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