Schweizerische Nationalbank
Devisenreserven steigen auf Rekordhoch

Die Frankendeckelung hat die Devisenreserven der Schweizerischen Nationalbank massiv anschwellen lassen. Im Juli sind sie trotz Abschaffung des Deckels auf ein Rekordhoch geklettert. Der Franken hat sich abgeschwächt.
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ZürichDie Devisenreserven der Schweizerischen Nationalbank sind im Juli auf ein Rekordhoch gestiegen. In dem Monat hat sich der Franken sowohl gegenüber dem Dollar als auch zum Euro abgeschwächt.

Die Devisenbestände sind von 516 Mrd. Franken im Juni um drei Prozent gestiegen, wie aus am Freitag veröffentlichten Daten auf der Website der SNB hervorgeht. SNB-Sprecher Walter Meier wollte sich zu den Daten nicht äußern.

Die Interventionen der Nationalbank am Devisenmarkt, um die 2011 eingerichtete Frankendeckelung zu verteidigen, haben ihre Devisenreserven massiv anschwellen lassen. Auch wenn die SNB den Frankendeckel im Januar abgeschafft hat, haben die Währungshüter mehrfach erklärt, sie seien bereit zu intervenieren, wenn dies nötig sei, um weiterhin angemessene geldpolitische Konditionen sicherzustellen. SNB-Präsident Thomas Jordan räumte am 29.Juni sogar ein, die Notenbank habe interveniert, um den Franken während der griechischen Schuldenkrise zu stabilisieren.

„Die Tatsache, dass der Franken sich abgeschwächt hat, ist meiner Einschätzung nach der Haupttreiber beim Anstieg der Reserven”, kommentierte Alessandro Bee, Stratege bei Bank J Safra Sarasin Ltd in Zürich. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass es größere Interventionen gab, da der Franken gegen Ende des Monats leichter war.”

Im Verlauf des Juli hatte der Franken, den Anleger gerne in Zeiten von Marktstress kaufen, laut Bloomberg-Daten 1,8 Prozent gegenüber dem Euro und 3,2 Prozent zum Dollar abgewertet. Die beiden Währungen machten Ende des zweiten Quartals annähernd drei Viertel der helvetischen Devisenreserven aus.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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  • Nachdem die kleine Schweiz den Euro über Jahre gestützt hat, wuchsen damit die Devisenreserven, die größten der Welt im Euro.

    Nun fließt weiterhin weltweit das Geld aus allen Gebieten von USA über Asien bis EU in die Schweiz, denn dort scheint es den Leuten sicher. Der politisch und wirtschaftlich stabile Schweizer Raum ist das, was einstmals die DM repräsentierte, wenngleich immer schon stärker als die DM - bis zurück in die Siebziger Jahre des alten JH.

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