Schweizerische Nationalbank
SNB-Chef bezeichnet Franken-Deckelung als extrem wichtig

Die Deckelung des Franken-Kurses soll gegenüber dem Euro erhalten bleiben. Dem Präsident der Schweizerischen Nationalbank, Thomas Jordan, zufolge sei dies überaus wichtig. Jordan wird den Euro-Mindestkurs durchsetzen.
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Die Deckelung des Franken-Kurses gegenüber dem Euro wird auf absehbare Zeit erhalten bleiben. Das erklärte Thomas Jordan, Präsident der Schweizerischen Nationalbank, im Interview mit Bloomberg News. „Wir werden den Euro-Mindestkurs durchsetzen, das ist sehr, sehr wichtig“, sagte Jordan am Samstag in Washington. „Der Schweizer Franken bleibt weiterhin hoch bewertet, und um angemessene geldpolitische Konditionen in der Schweiz zu halten, so dass wir die Preisstabilität bewahren können und nicht in eine negative Inflation zurückfallen, müssen wir den Mindestkurs aufrechterhalten.“

Im September 2011 hatte die SNB den Franken bei 1,20 je Euro gedeckelt, um Deflation und eine Rezession zu verhindern. Erst im März hatte Jordan bekräftigt, die Franken-Deckelung bleibe für die absehbare Zukunft notwendig. Eine expansivere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank könnte den Franken unter Aufwertungsdruck bringen. Vor zwei Tagen erklärte EZB-Präsident Mario Draghi, der stärkere Euro könnte mehr geldpolitische Konjunkturmaßnahmen auslösen, was den Druck auf die SNB erhöhen könnte, zur Verteidigung der Franken- Deckelung zu handeln.

„Wir haben einen starken Euro gegen den Dollar und wir haben einen noch stärkeren Franken gegen den Dollar. Was wir brauchen, ist wahrscheinlich eine Schwächung sowohl des Frankens als auch des Euros gegenüber dem Dollar“, erläuterte Jordan. Am Montag notierte der Euro bei 1,2152 Franken 0,1 Prozent niedriger zum Franken. In der Vorwoche hatte die europäische Gemeinschaftswährung 0,5 Prozent gegenüber dem Franken nachgegeben. Im März gab der Internationale Währungsfonds in seiner jährlichen Bewertung der Schweizer Wirtschaft der SNB grünes Licht für negative Einlagenzinsen. Die Nationalbank könne Geschäftsbanken Gebühren für ihre überschüssigen Reserven berechnen, wenn der Franken erneut unter Druck gerate. SNB- Direktoriumsmitglied Fritz Zurbrügg hatte am 27. März erklärt, er und seine Kollegen seien vom operativen Standpunkt aus bereit, negative Einlagenzinsen als Verstärkung zu nutzen.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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