Schwellenländer-Anleihen
Wetten auf Peso, Rand und Lira

Der vergangene Freitag war einer der schlechtesten Tage dieses Jahres für Anleiheinvestoren, die in so genannten Schwellenländern engagiert sind. Brasilianische Schuldverschreibungen beendeten die Woche mit dem größten Kursverlust in fast fünf Monaten. Auch die Anleihen anderer Länder in Lateinamerika, Osteuropa und im Nahen Osten schlossen im Minus. Trotzdem üben Emerging Markets, die an der Schwelle zwischen Industrienation und Entwicklungsland stehen, eine starke Anziehungskraft auf Investoren aus.

tmo NEW YORK. „Bei meinen Vorträgen treffe ich nicht nur Fondsfirmen, die auf diese Anlageklasse spezialisiert sind, sondern immer mehr private Anleger und Hedge-Fonds, die dort ebenfalls investieren“, berichtet Philip Poole, Chef des Schwellenländer-Analystenteams der britischen Großbank HSBC.

Die wachsende Nachfrage hat die Kurse der Dollar- und Euro-Anleihen von Ländern wie Russland, Türkei und Brasilien bereits stark nach oben getrieben. Die Rendite von Schwellenländer-Anleihen in harter Währung, die sich gegenläufig zum Kurs bewegt, ist umgekehrt stark gefallen. Der durchschnittliche Zinsvorsprung der auf Dollar lautenden Schwellenländer-Bonds im EMBI-Plus-Index von JP Morgan gegenüber US-Staatsanleihen betrug am gestrigen Dienstag nur noch knapp zwei Prozentpunkte. Deshalb empfehlen Anleiheexperten wie zum Beispiel Rashique Rahman von HSBC, eine rentablere, aber auch riskantere Alternative: Schwellenländer-Bonds in lokaler Landeswährung. Mit Anleihen und Fremdwährungskonten in mexikanischen Pesos, türkischer Lira oder brasilianischen Real können Anleger zweistellige Renditen erzielen. Sie gehen dabei allerdings ein Währungs- und Kursrisiko ein. „Wann immer Inflationssorgen und Skepsis an der Weltkonjunktur aufkommen, leiden darunter die Schwellenländer“, sagt Dario Pedrajo vom Anleihehaus Kapax Investment Advisors in Miami. Genau solche Sorgen drücken seit Ende vergangener Woche auf die Kurse von Schwellenländer-Anleihen und belasten gleichzeitig die Währungen dieser Länder.

Im Risiko liege aber auch eine Chance, betont HSBC-Analyst Rahman. So legten in den vergangenen Monaten viele Schwellenländer-Währungen gegenüber dem Dollar zu. Zum Euro halten sich viele Devisen wie zum Beispiel der südafrikanische Rand recht stabil.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%