Seltene Erden: China bleibt bei Rohstoff-Ausfuhr knauserig

Seltene Erden
China bleibt bei Rohstoff-Ausfuhr knauserig

China hält an seinen Exportbeschränkungen für Seltene Erden fest. Immerhin: Auch die internationalen Märkte sollen mit "vernünftigen" Quoten bedacht werden, verspricht die Regierung. Der Preis wird dennoch steigen.
  • 0

PekingChina will seinen Zugriff auf die für die High-Tech-Industrie wichtigen Seltenen Erden stärken. Zugleich kündigte die Regierung in Peking am Mittwoch an, sie werde für die umstrittenen Exportbeschränkungen „vernünftige“ Quoten erheben und dabei die internationalen Märkte berücksichtigen. Ministerpräsident Wen Jiabao betonte im Staatsrat, die heimische Industrie sei durch illegalen Abbau und "chaotische" Exporte geschädigt worden.

"Wir werden sowohl die heimischen Ressourcen, Produktion und Verbrauch, aber auch die internationalen Märkte voll berücksichtigen und vernünftige jährliche Quoten festlegen für den Umfang von Produktion und Export von Seltenen Erden", hieß es auf der Regierungs-Website.

China will die Branche in den nächsten rund fünf Jahren umstrukturieren. Händler der Seltenen Erden gehen davon aus, dass dies die Vorherrschaft größerer staatlicher Betriebe in dem Sektor stärken dürfte. Die Regierung habe bereits die Kontrolle über den Abbau verschärft und striktere Umweltkontrollen eingeführt, sagte Ni Kunwei, der für die ostchinesische Firma Jinglong Seltene Erden vertreibt. "Dies klingt nun nach einer Ausweitung davon." Kurzfristig dürften die Preise für Seltene Erden in China steigen, sagte Ni.

In der Volksrepublik werden 97 Prozent der weltweiten Menge der 17 Metalle gefördert, die unter dem Begriff Seltene Erden zusammengefasst werden. Die Regierung will die Ausfuhr in der ersten Jahreshälfte 2011 um 35 Prozent drosseln und beschwört damit einen Handelsstreit mit den USA herauf. Experten befürchten, dass die - für die Herstellung von Computern, Halbleitern, Elektromotoren und Windturbinen wichtigen - Metalle knapp werden und ihr Preise deutlich steigen könnten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Seltene Erden: China bleibt bei Rohstoff-Ausfuhr knauserig "

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%