Seltene Erden
US-Anbieter will für China einspringen

Wichtige Rohstoffe wie Antimon, Lithium oder Seltene Erden kommen zum großen Teil aus dem Reich der Mitte - doch das will sie nun lieber selber behalten. Genau der richtige Zeitpunkt für den US-Anbieter Molycorp, mit einem Versprechen vozupreschen.
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HB PEKING. Der US-Konzern Molycorp will seine Produktion Seltener Erden ausbauen und damit die Abhängigkeit der weltweiten Industrie von chinesischen Exporten des Rohstoffs verringern. Molycorp wolle seine US-Produktion bis Ende 2012 auf 20 000 Tonnen jährlich steigern, sagte Firmenchef Mark Smith auf einem Branchentreffen am Dienstag in Washington. Damit wolle man etwa ein Sechstel des weltweiten Bedarfs liefern. Zudem sollten die Seltenen Erden Molycorps nur etwa die Hälfte des aktuellen Preises aus China kosten.

Molycorp ist schon jetzt der größte westliche Produzent Seltener Erden. Zuletzt hatten auch deutsche Wirtschaftsverbände vor Versorgungsengpässen bei Seltenen Erden gewarnt. Sie werden in kleinen Mengen verwendet, sind aber unverzichtbar etwa für die Herstellung von Computern und Computer-Monitoren, DVD-Spielern, leistungsstarken Akkus, Hybrid-Autos, Halbleitern, Windturbinen und Rüstungsgütern.

Die Preise für die Rohstoffe haben sich Molycorp zufolge in den vergangenen Monaten versechsfacht. Die Seltenen Erden sind eine Gruppe von 17 Metallen. Meist kommen sie am selben Standort vor. China hat zuletzt 120 000 Tonnen im Jahr davon produziert, was einen Marktanteil von 97 Prozent bedeutet. Das Land hat bereits 2005 beschlossen, die Exportquoten schrittweise zu reduzieren, um ihre Bestände zu schonen. In diesem Jahr liegt die Kürzung bei 40 Prozent.

Viele der Seltenen Erden kommen weltweit in ausreichenden Mengen vor. Bis in die 90er Jahre gehörten die USA zu den wichtigsten Förderländern. Doch China lief der Konkurrenz den Rang ab, weil die Metalle dort billiger gefördert werden können und zudem weniger strenge Umweltschutzregeln greifen.

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