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Shell-Deutschland-Chef erwartet Entspannung am Ölmarkt

Die Lage an den Rohölmärkten wird sich nach Ansicht von Shell-Deutschland-Chef Kurt Döhmel in den kommenden Monaten voraussichtlich entspannen. Es werde weltweit mehr Öl gefördert als verbraucht, sagte der Chef der Geschäftsführung der Deutsche Shell Holding dem "Tagesspiegel am Sonntag".

dpa-afx HAMBURG. Die Lage an den Rohölmärkten wird sich nach Ansicht von Shell-Deutschland-Chef Kurt Döhmel in den kommenden Monaten voraussichtlich entspannen. Es werde weltweit mehr Öl gefördert als verbraucht, sagte der Chef der Geschäftsführung der Deutsche Shell Holding dem "Tagesspiegel am Sonntag". Diese Überproduktion werde von den Raffinerien dazu genutzt, ihre Vorratslager wieder aufzufüllen. Daneben habe sich unter anderem das Wachstum der Ölnachfrage in China abgeschwächt. Dadurch würden die Spekulationen über einen Versorgungsengpass abgemildert. Deutlich geringere Rohölpreise seien in "greifbarer Nähe", meinte Döhmel.

Auch die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) rechnet mit einem weiteren Rückgang der Ölpreise. "Das Angebot ist wieder normal, bei angemessenen Lagerbeständen", sagte Opec-Präsident Purnomo Yusgiantoro am Freitag in Jakarta. Im ersten Quartal 2005 sollte die Opec-Produktion zur Deckung der wachsenden Nachfrage ausreichen.

In New York stieg der Ölpreise am Freitag allerdings wieder. Rohöl zur Dezember-Auslieferung schloß am New Yorker Warenterminmarkt Nymex im elektronischen Handel 1,65 Prozent höher bei 51,76 Dollar je Barrel (159 Liter). Der Ölpreis ist seit seinem am vergangenen Montag verbuchten Höchststand von 55,67 Dollar um rund sieben Prozent zurückgegangen. Der starke Rückschlag war nach Angaben von US-Ölhändlern auf höhere amerikanische Rohölreserven und die Zinserhöhung in China zurückzuführen. China ist einer der weltgrößten Ölverbraucher. Höhere chinesische Zinsen könnten das Wirtschaftswachstum und damit auch den Energiekonsum etwas bremsen.

Russland und die Opec haben in Moskau über eine Stabilisierung des Marktes gesprochen. Die Preise sollten auf einem sowohl für Produzenten als auch für Verbraucher annehmbaren Niveau liegen, sagte der geschäftsführende Generalsekretär des Kartells, Maizar Rahman, am Freitag in Moskau. Russland als weltgrößter Ölexporteur und die Opec wollten in ständigem Kontakt bleiben. Die generelle Einigung auf stabilere Preise erlege Russland keinerlei Verpflichtungen zu einer Drosselung der Produktion auf, sagte Rahman.

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