Silizium bleibt vorerst knapp
Das graue Gold der Solarindustrie

Dank staatlicher Förderung und hoher Energiepreise hat die Solarbranche zu einem atemberaubenden Höhenflug angesetzt. Allerdings wird der Boom auf dem Markt der Solarzellen durch ein knappes Angebot an Silizium gebremst, dem wichtigsten Grundstoff für die Produktion von Sonnenenergie.

HB FRANKFURT. Das Halbmetall wird zur Erzeugung von elektrischem Strom durch Solarzellen benötigt. Dabei ist Quarzkies als Ausgangsstoff für Silizium ein Element, das am zweithäufigsten auf der Erde vorkommt. Allerdings gilt die Verarbeitung zu Silizium als aufwendig und teuer.

Der Weltmarkt für Silizium wird „nur von einer Hand voll Anbietern kontrolliert“, sagte Analyst Theo Kitz von der Münchner Privatbank Merck Finck. Zu den Weltmarktführern zählen der japanische Chemiekonzern Tokuyama, das US-Unternehmen Hemlock und die deutsche Wacker-Chemie mit Sitz in München. Die wenigen Silizium-Hersteller hätten den Boom in der Solarbranche schlichtweg unterschätzt, sagte Kitz.

Allerdings seien die Silizium-Hersteller auch vorsichtig geworden, sagte der Geschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft, Carsten Körnig. Nach dem Boom in der IT-Branche Ende der 90er Jahre und dem abrupten Ende nach dem Platzen der Internetblase wurde zeitweise zu viel Silizium produziert.

Damals hatten vor allem die Hersteller von Computerchips ihre Produktion gedrosselt und als Folge für ein Überangebot an Silizium gesorgt. Seitdem ist der Preis für den Rohstoff aber wieder kräftig gestiegen. In den vergangenen 24 Monaten habe er sich auf über 50 US-Dollar je Kilo nahezu verdoppelt, sagte Körnig.

Der aktuelle Engpass auf dem Weltmarkt hat Silizium mittlerweile sogar den Beinamen das „graue Gold“ eingebracht. Alle Anbieter sind nach Einschätzung von Kitz derzeit hektisch bemüht, ihre Produktion auszuweiten. Die Wacker Chemie hat beispielsweise Mitte Januar den Grundstein für den Ausbau der Produktion am Standort Burghausen gelegt. Mit der neuen Anlage soll die Kapazität von derzeit 5 500 Tonnen auf bis zu 9 000 Tonnen pro Jahr gesteigert werden. Dafür investiert die Wacker Chemie rund 200 Millionen Euro.

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