Sinkende Lagervorräte
Nickelpreis klettert auf langjähriges Hoch

Nickel ist so teuer wie seit mehr als 19 Jahren nicht mehr. Sinkende Lagervorräte treiben den Preis für das Metall nach oben. Während der letzten beiden Handelstage an der London Metal Exchange (LME) wurden in der Spitze für die Lieferung in drei Monaten 27 300 Dollar je Tonne gezahlt.

LONDON. In der vergangenen Woche ist der Nickelpreis um 3,6 Prozent gestiegen, in den letzten zwölf Monaten betrug der Preisanstieg 81 Prozent.

Seit Jahresanfang schrumpften die LME-Vorräte des vor allem bei der Stahlherstellung verwendeten Metalls um 84 Prozent. Laut Tony Warwick-Ching, Analyst beim Londoner Beratungsunternehmen CRU, entwickeln sich Angebot und Nachfrage „positiv für Investoren, die auf steigende Preise setzen“.

Die Lieferkette für Stahlhersteller gerät durch die historisch niedrigen Vorräte unter Druck. So sagt Mark Lewon von Utah Metal Works, einem in Salt Lake City ansässigen Broker und Altmetall-Recycler: „Bei uns kommt nicht so viel Altmetall herein wie noch vor einiger Zeit. Ich mache mir Sorgen wegen des Angebots.“ Metall-Analyst Anindya Mohinta von JP Morgan Chase Bank in London erwartet weitere Preissteigerungen.

Die Hausse dürfte den weltweit viertgrößten Stahlhersteller Posco auf dem falschen Fuß erwischt haben. Einem Bericht des „Wall Street Journals“ zufolge hat Posco mit dem Leerverkauf von 10 000 Tonnen Nickel auf fallende Preise gesetzt und muss sich jetzt teuer eindecken oder die Kontrakte verlängern. Der südkoreanische Stahlkonzern dementierte den Bericht. „Wir haben an der LME weniger als 1 000 Tonnen Nickel leerverkauft“, sagte Firmensprecherin Ko Min Jin.

Posco hat wahrscheinlich rund 900 Tonnen Nickel leerverkauft, schätzt Analyst Lee Eun Young von Mirae Asset Securities. „Diese Position hätte in der ersten Jahreshälfte 3,3 Mill. Euro Verlust eingebracht“, so Lee. „Ein solcher Verlust ist gering, gemessen am Gewinnpotenzial von Posco.“

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