Sinkende Nachfrage bei steigenden Lagerbeständen
Ölpreis sinkt trotz möglicher Opec-Kürzung

Die Ölpreise sind am Dienstag trotz einer möglichen Kürzung der Förderquote der Opec gesunken. Ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im November kostete am Nachmittag 59,34 Dollar und damit 62 Cent weniger als zu Handelsschluss am Vortag.

HB NEW YORK/LONDON. Ein Barrel des Nordseeöls Brent wurde mit 59,90 Dollar gehandelt. Das waren 64 Cent weniger als am Montag.

Sinkende Nachfrage bei steigenden Lagerbeständen hielten die Energiepreise nach wie vor unter Druck, sagte Dresdner-Bank-Expertin Sara-Frederike Weisser. Deshalb könnten die Preise trotz Spekulationen über eine geringere Förderquote der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) und der Sorge vor den Atom-Ambitionen Nordkoreas und des Iran weiter sinken.

Der Preis für US-Öl ist seit dem Rekordwert von 78,40 Dollar je Barrel Mitte Juli kontinuierlich zurückgegangen. Mehrere OPEC-Staaten überlegen deshalb angeblich, ihre Förderung zu kürzen. Nach Berichten aus London befürwortet eine Mehrheit der elf OPEC-Staaten, die seit Juni 2005 gültigen Förderquoten (rund 28 Millionen Barrel pro Tag) um eine Million Barrel zu verringern. Dadurch soll ein Absinken des Rohölpreises unter 50 Dollar verhindert werden.

„Der Markt ist von den verschiedenen Aussagen der OPEC- Mitglieder offenbar noch nicht überzeugt“, sagte Experte Dave Ernsberger von dem Energieinformationsanbieter Platts. Es dürfte noch einige Zeit dauern, bis die OPEC einen offiziellen Konsens erreiche.

Der OPEC-Korbpreis stieg unterdessen leicht. Ein Barrel aus der Förderung des Kartells kostete am Montag im Durchschnitt 55,52 Dollar, wie die OPEC am Dienstag berechnete. Das waren 47 Cent mehr als am Freitag. Die OPEC ermittelt den so genannten Korbpreis auf Grundlage von elf wichtigen Sorten aus eigener Förderung.

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