Skepsis bei Anlegern
Metallmärkte werden nervös

An den Metallmärkten hat sich die Stimmung eingetrübt. Experten rechnen damit, dass die Metallpreise noch in diesem Jahr, spätestens aber 2007 wegen eines verbesserten Angebots und unter dem Druck einer Abschwächung der Weltwirtschaft deutlich nachgeben werden.

LONDON. Gleichwohl seien im Zuge spekulativer Engagements vorübergehende Preisausbrüche nach oben nicht auszuschließen. Eine Ausnahme bildet Zink. Wegen der zunehmenden Verknappung sehen Analysten hier sogar noch bis zum Jahr 2008 erhebliches Preissteigerungspotenzial.

Bei Kupfer, dem meistgehandelten Industriemetall, überwogen erstmals seit 2003 wieder die Baissespekulanten an den Terminmärkten. „Die Preisausschläge sind eindeutig heftiger geworden“, beschreibt ein Londoner Händler die Lage an den Metallmärkten. Tagesverlusten von vier bis fünf Prozent folgen aber postwendend Käufe, die einen größeren Teil der Rückschläge wieder ausgleichen. Im Schnitt haben die Metalle an der Londoner Metallbörse, LME, daher bisher nur wenig von ihren Rekordständen abgegeben.

Anfang letzter Woche gaben Indexfonds mit ihren Käufen den Preisen neuen Auftrieb. „Die kaufen in der Regel jeweils zum Monatsanfang“, meint ein Händler. Zahlen der Citigroup belegen, welch ein großes Rad die Fonds mittlerweile an den Rohstoffmärkten drehen. Sie haben dort bereits Mittel von 200 Mrd. Dollar investiert, 30 Mrd. Dollar davon in Basismetalle. Das sei aber kein Grund, räumt Ingrid Sternby von Barclays Capital ein, die Folgen eines möglichen Ausverkaufs zu fürchten, sollten die Preiserwartungen mal in die andere Richtung gehen. Das Volumen der auf eine Fortsetzung der Preishausse setzenden Terminkontrakte sei nicht mehr sehr groß. Die Liquidierung würde daher keine katastrophalen Auswirkungen auf die Märkte haben. „Wir empfehlen daher unserer physischen Kundschaft (Verarbeitern), Preisrückgänge zu neuen Käufen zu nutzen“, sagt Sternby.

Optimistisch ist der Ausblick für Industriemetalle des Australian Bureau of Agriculture and Resource Economics (Abare). „Kupfer, Zink und Aluminium winken 2006 die größten Preissteigerungen.“ Die Behörde begründet diese Erwartung mit den Standardargumenten der Haussisten wie die „unersättliche“ Nachfrage Chinas, die weltweit niedrigen Vorräte, die schleppende Kapazitätserweiterungen des Bergbaus und der Hütten und last but not least mit dem Auftriebseffekt durch die wachsende Anleger-Nachfrage.

Seite 1:

Metallmärkte werden nervös

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%