Sogar Gold im Abwärtstrend
Angst vor Wirtschaftskrise lähmt Rohstoffhandel

Die nach dem jüngsten Sitzungsprotokoll der US-Notenbank Fed wieder aufgeflammte Angst vor einer Ausweitung der US-Hypothekenkrise auf weitere Teile der amerikanischen Wirtschaft hat am Mittwoch den Handel mit Rohstoffen gelähmt.

HB FRANKFURT. An den Weltmärkten für Öl und Gold tat sich über weite Strecken des Handels so gut wie nichts. Bei Basismetallen wie Kupfer ging es leicht abwärts.

Die Preise für US-Leichtöl und Nordseeöl zogen erst am frühen Nachmittag an, nachdem sie die meiste Zeit des Tages um ihr Vortagesniveau gependelt hatten. Opec-Generalsekretär Abdullah al-Badri sagte, seit Beginn der Subprime-Krise habe sich das Bild am Ölmarkt auf der Nachfrageseite eingetrübt, allerdings bleibe das Angebot weiter ausreichend. Damit signalisierte al-Badri nach Einschätzung von Marktbeobachtern, dass das Ölkartell bei seinem nächsten Treffen am 11. September in Wien keine Erhöhung der Fördermengen beschliessen dürfte.

Mehrere Analysten hatten in den vergangenen Tagen erklärt, aller Wahrscheinlichkeit nach müsse die Fördermenge erhöht werden um einer saisonal höheren Nachfrage im bevorstehenden Winterhalbjahr begegnen zu können. Der Preis für das Fass US-Leichtöl kletterte am Mittwoch um 35 Cent auf 70,86 Dollar, das Barrel Nordseeöl war für 72,10 Dollar zu haben - ein Plus von 40 Cent.

Der Preis für die Feinunze Gold pendelte zwischen 660 und 665 Dollar. Ein Londoner Händler sagte, derzeit sei Gold aus technischer Sicht noch bei einem Niveau von 660 Dollar klar unterstützt. „Sollten die Aktienmärkte allerdings weiter nachgeben könnte das auch seine Spuren am Goldmarkt hinterlassen“, sagte er. Gold gilt bei Marktturbulenzen eigentlich als krisensicheres Investment, aktuell verhält es sich aber meist im Gleichklang mit anderen Anlagenklassen.

Kupfer verbilligte sich um rund ein Prozent auf 7 220 Dollar je Tonne. Händler führten als Grund zum einen die anhaltend hohe Nervosität der Märkte wegen der US-Hypothekenkrise an. Zum anderen seien die Lagerbestände für Kupfer zuletzt wieder angestiegen. Allein in den Lagern der Londoner Metallbörse liegen derzeit acht Prozent mehr Kupfervorräte als noch vor einer Woche. Dies deute auf eine schwache Nachfrage hin, sagte ein Händler.

Der Reuters-Rohstoffindex startete am Nachmittag mit 304,55 Punkten in den Handel - ein marginales Plus von 0,04 Prozent.

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