Sommerwetter zieht Kraftwerke in Mitleidenschaft
Hitzewelle treibt Strompreise an

Wegen der Hitzewelle sind die Strompreise an der Börse dramatisch gestiegen. Die Spotmarktpreise Anfang dieser Woche lagen im Mittel teils um 500% höher als noch vor einem Monat, wie die Strombörse EEX auf Anfrage bestätigte.

HB BERLIN/LEIPZIG. Verbraucher müssten sich aber vorerst keine Sorgen machen, betonte der Verband der Deutschen Elektrizitätswirtschaft (VDEW) am Mittwoch in Berlin. Die Börsenpreise schlügen nicht unmittelbar auf die Kosten für Endkunden durch.

Hintergrund der Preissprünge an der Börse sind Produktionsausfälle in erster Linie von Atomkraftwerken. Unter anderen hatte Eon das Kraftwerk Unterweser wegen der niedrigen Wasserstände in der Leistung gedrosselt. An der Leipziger Strombörse schnellte deshalb zum Beispiel am Dienstag der mittlere Preis für eine Megawattstunde auf fast 223 Euro. In der letzten Juni-Woche waren es unter 50 Euro gewesen, Ende Mai sogar unter 40 Euro. Allerdings schwankten die Preise an der Strombörse traditionell sehr stark, sagte eine Sprecherin der Börse.

VDEW-Sprecher Frank Brachvogel sagte, der Spotpreis gebe nur Auskunft über das kurzfristige Geschäft. Doch arbeiteten die Energieversorger in aller Regel mit langfristigen Beschaffungsverträgen. Folglich hätten die kurzfristigen Preissprünge keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Haushaltskunden. Nur falls die Börsenpreise auch nach der Sommerspitze über mehrere Monate hoch bleiben sollten, könne dies auf die Haushaltspreise durchschlagen.

Vom heißen Sommerwetter in Mitleidenschaft gezogen seien grundsätzlich drei Kraftwerktypen, nämlich Kernkraft mit Flusswasserkühlung, Wasserkraft und Windkraft. In Deutschland mache sich der breite Energiemix bezahlt, denn reduzierte Kapazitäten an einer Stelle würden durch andere Kraftwerke aufgefangen, sagte Brachvogel. Man sei nicht so stark betroffen wie etwa Frankreich mit seinem hohen Anteil an Kernkraft.

Der Stromverbrauch wird durch besonders große Sommerhitze nach Angaben des VDEW übrigens kaum in die Höhe getrieben. Nach Analysen des Jahrhundertsommer 2003 sei der Verbrauch damals nur um 1% gestiegen. Zwar werde mehr Strom für Kühlgeräte gebraucht; doch werde dieser Effekt durch verändertes Verhalten - zum Beispiel der häufige Aufenthalt im Freien - weitgehend kompensiert.

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