Sorgen um die Sicherheit der Öllieferungen
Ölpreis wird von Anschlägen stark beeinflusst

Die Anschläge auf ein Wohnviertel in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad und eine Pipeline im Nordirak vom Wochenende haben am Montag an den Ölmärkten die Angst vor einer Unterbrechung der Öllieferungen wieder geweckt. Der Ölpreis stieg daraufhin auf das höchste Niveau seit Mitte Oktober.

HB LONDON. Für ein Barrel (knapp 159 Liter) der marktführenden Sorte Brent zur Lieferung im Dezember wurden am Vormittag in London mit 29,40 Dollar 49 US-Cent mehr bezahlt als am Freitag. Leichtes US-Öl verteuerte sich auf 31,28 Dollar. Opec-Öl, dessen Korb-Preis sich aus sieben Ölsorten des Kartells zusammensetzt, kletterte am Freitag mit 28,30 Dollar wieder über die angepeilte Spanne von 22 bis 28 Dollar. Der Opec-Korbpreis wird jeweils einen Tag später veröffentlicht.

„Wir sind wegen des Anschlags in Saudi-Arabien etwas höher“, sagte ein Händler in London. Bei einem mutmaßlichen El-Kaida- Anschlag auf ein Ausländer-Wohnquartier in Riad waren nach Behördenangaben 17 Menschen getötet worden. Etwa 120 weitere wurden verletzt.

Die Sorgen um die Sicherheit der Öllieferungen aus der Region seien zudem durch einen Anschlag auf eine Sekundär-Pipeline im Irak verstärkt worden, die sowohl Rohöl als auch Ölprodukte transportieren kann, hieß es im Handel. Daran habe auch die Erklärung des irakischen Ölministeriums nichts geändert, dass die Hauptpipeline vom Nordirak zum türkischen Mittelmeerhafen Ceyhan nicht Ziel des Anschlags gewesen sei. Dennoch bleibt diese, für den Nordirak wichtige Ölleitung vorerst geschlossen.

Seit US-Präsident George W. Bush am 1. Mai das Ende der Hauptkampfhandlungen verkündet hatte, war die Pipeline mehrfach Ziel von Anschlägen. Ein Sprecher des Ölministeriums in Bagdad sagte, die Pipeline werde nicht in Betrieb genommen, bis sie vollständig gesichert werden könne.

Stützend auf die Ölpreise wirkten Händlern zufolge darüber hinaus Äußerungen des US-Verwalters im Irak, Paul Bremer. Dieser hatte gewarnt, Militante würden vermehrt Anschläge ausüben, um Fortschritte beim Wiederaufbau zu verhindern. Mehrere hundert Extremisten seien aus Ländern wie dem Sudan, Syrien, Jemen und Saudi-Arabien in den Irak gekommen.

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