Soros und Paulson
Börsengurus im Goldrausch

Zwei der bekanntesten Hedge-Fonds-Manager wetten offenbar auf die nächste Goldrally. Unterlagen der US-Börsenaufsicht zufolge haben George Soros und John Paulson zuletzt kräftig zugelangt bei dem Edelmetall.
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Die milliardenschweren Investoren George Soros und John Paulson haben ihre Anteile am weltgrößten handelbaren Goldfonds im Zuge der sinkenden Goldnotierungen zuletzt deutlich aufgestockt. Das geht aus Daten hervor, die von der Börsenaufsicht SEC veröffentlicht wurden. Vermögensverwalter mit einer Verwaltungssumme von mehr als 100 Mio. Dollar müssen ihre Beteiligungen der SEC quartalsweise offenlegen. Der Goldpreis hatte zwischen Anfang April und Ende Juni den stärksten Quartalsrückgang seit 2008 verzeichnet.

Im Quartalsvergleich mehr als verdoppelt waren die Einlagen von Soros Fund Management in den SPDR Gold Trust zum 30. Juni mit 884.400 Anteilen, wie aus dem Bericht der SEC hervor ging. Demnach stockte Paulson & Co. seine Bestände am Fonds um 26 Prozent auf 21,8 Mill. Aktien auf. Sprecher beider Gesellschaften wollten sich zu den Informationen auf Nachfrage von Bloomberg News nicht äußern.

Die anhaltenden Hoffnungen auf weitere Geldspritzen der US-Notenbank Fed (QE3) und anderer Notenbanken haben den Goldpreis im Tagesverlauf gestützt. Das Edelmetall notierte fast unverändert bei 1603,56 Dollar je Feinunze. "Meines Erachtens werden die Zentralbanken ihren Auftrag, für stabile Preise zu sorgen, zugunsten von Konjunkturhilfen hinten anstellen", sagte Analyst Bayram Dincer von LGT Capital Management. Dies bedeute, dass sie eine höhere Inflation tolerieren, was wiederum die Attraktivität von Gold als Inflationsschutz vergrößere.

Den entscheidenden Anstoß könnte Mario Draghi gegeben haben, der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB). Der Italiener hatte vor wenigen Tagen vollmundig angekündigt, den Euro um jeden Preis retten zu wollen. Investoren in aller Welt rechnen nun damit, dass Draghi in großem Stile Anleihen der angeschlagenen südeuropäischen Staaten kaufen, also letztlich Geld drucken wird, um die Schuldenprobleme innerhalb des Währungsraumes zu lindern.

Bei genauer Betrachtung werde „ziemlich deutlich“, dass etwas Großes auf dem Weg ist, erklärte Jim O'Neill, Chairman von Goldman Sachs Asset Management, in einer Kundennotiz. Solch Worte hören Goldanleger nur allzu gerne. „Das niedrige Zinsniveau, die Nachfrage der Zentralbanken und weitere Stützungsmaßnahmen dürften einen fruchtbaren Boden für Gold-Optimisten bieten”, sagte Nick Trevethan, leitender Rohstoffstratege der ANZ Banking Group in Singapur. So wie Trevethan rechnet auch Eugen Weinberg von der Commerzbank mit einem neuen Rekordhoch - und zwar innerhalb eines Jahres.

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Kommentare zu " Soros und Paulson: Börsengurus im Goldrausch"

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  • Sie verstehen glaube ich das gesamte Geschäft nicht. Abgesehen davon, ob die Leute Interesse an "Märchenstunde" oder nicht haben - Er MUSS die Daten offenlegen und Sie selbst können sich davon überzeugen, das er die jeweiligen Käufe UND Verkäufe REAL getätigt hat. Nichts mit Märchenstunde. Er ist Geschäftsmann. Wenn Sie sich einen Chart von Gold anschauen, dann werden Sie sehen das er daran sicher gut verdient hat. Wo ist also das Problem? Im Gegensatz zu ihnen kann jemand wie Soros seine Meinung über die Märkte auch mal im Takt von wenigen Monaten oder gar Wochen ändern und seine Handelspositionen drehen. Deswegen verdient der Geld und Sie nicht.

  • Lesen Sie doch wenigstens den Artikel bevor Sie wieder ihre Verschwörungssülze loslassen.

    Ab einer bestimmten Anlagesumme MUSS der Name des Investors bekannt werden. Der muss natürlich nicht im Handelsblatt genannt werden, das machen die entsprechenden Journalisten die es für eine tolle News halten. Sie selber können diese Daten ebenfalls abfragen, dort stehen dann nicht nur Soros und Johnson, sondern auch alle andere Multimillionen Dollar Anleger drin.

    Wissen Sie, Leute wie Sie drehen es immer genauso wie Sie es brauchen. Würde der Name nicht bekannt sein und große Investoren würden Milliarden bewegen ohne das bekannt ist wer dahinter steckt, dann wäre das vermutlich auch nicht in ihrem Sinne und die Bilderberger das Unglück aller. Wenn der Name aber bekannt wird, dann ist das auch nicht in ihrem Sinne weil dann ist es ja Manipulation mit Namen. Und die Bilderberger sind natürlich Schuld, das sowieso immer.

  • Stellt euch vor, Buffet, Soros und Konsorten kaufen und keinen interessierts.

    Die Herren manipulieren die Märkte mit ihrem Namen und der Veröffentlichung ihrer Investments.

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