Spekulanten treiben Ölpreise
Opec bleibt bei Förderkürzung

Trotz des stark gestiegenen Ölpreises will die Opec die Produktion weiter drosseln.

HB WIEN/WASHINGTON. Darauf verständigten sich die Ölminister des Kartells am Mittwoch in Wien. Demnach soll die Messlatte für die Produktionshöchstmenge wie angekündigt ab April um vier Prozent reduziert werden, um dem befürchteten Preiseinbruch im Frühjahr entgegenzuwirken. Nach Bekanntwerden der zuletzt weithin erwarteten Entscheidung ließen Gewinnmitnahmen die Ölpreise fallen, nachdem sie im Vorfeld noch höher notiert hatten. Ein überraschend deutlicher Anstieg der US-Rohölvorräte beschleunigte im Tagesverlauf den Preisverfall.

US-Präsident George W. Bush kritisierte die Opec- Entscheidung. „Der Präsident ist enttäuscht. Die Produzenten sollten keine Schritte unternehmen, die den amerikanischen Verbrauchern oder unserer Wirtschaft schaden“, sagte sein Sprecher Scott McClellan in Washington. Die US-Regierung sei in Kontakt mit den Ölförderländern innerhalb und außerhalb der Opec, um ihre Haltung deutlich zu machen.

Mit dem Beschluss setzte sich die Organisation Erdöl exportierender Staaten (Opec) über Bedenken aus den großen Industrieländern hinweg, die in den hohen Energiekosten ein Hindernis für die erhoffte konjunkturelle Belebung sehen. Vor allem die USA drängten in Gesprächen mit der Opec zuletzt auf eine höhere Versorgung. Der jüngste Anstieg der Benzinpreise auf Rekordniveau setzt US-Präsident George W. Bush im Wahljahr erheblich unter Druck. Die US-Regierung äußerte sich nach dem Beschluss denn auch besorgt über steigende Benzinpreise, übte jedoch keine öffentliche Kritik. Der Sprecher des US-Präsidialamtes, Scott McClellan, sagte, die Ölpreise sollten von den Kräften des Marktes bestimmt werden und es „ist von wesentlicher Bedeutung für die führenden Ölproduzenten, keine Maßnahmen zu ergreifen, die unserer Wirtschaft schaden“.

Auch die Opec-Mitglieder Kuwait und Vereinigte Arabischen Emirate hatten sich besorgt über die gestiegenen Ölpreise geäußert, die derzeit nahe einem 13-Jahreshoch notieren, und für eine Aufschiebung der Förderdrosselung plädiert. Um die beiden Golfstaaten mit ins Boot zu holen, einigten sich die Kartellmitglieder nach Angaben von Delegierten auf einen Kompromiss. Demnach gestand Opec-Schwergewicht Saudi-Arabien in vertraulichen Gesprächen zu, dass die tatsächlichen Exporte im April nur dann weiter gedrosselt werden, wenn auch die Ölpreise fallen. Nach Reuters-Schätzungen auf Basis einer Umfrage unter Opec-Kunden wird das tatsächliche Angebot der Opec im April nur um etwa ein Drittel der beschlossenen Menge sinken.

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