Spekulation über Leitzinssenkung: Euro auf Vierwochentief

Spekulation über Leitzinssenkung
Euro auf Vierwochentief

Spekulationen über eine Zinssenkung der EZB haben eine Woche vor der Leitzinsentscheidung der Europäischen Zentralbank den Eurokurs zeitweise auf eine Vierwochentief zum Dollar sinken lassen.

HB FRANKFURT. Auch der politische Druck auf die EZB, die Zinsschraube zu lockern, nimmt zu. Der französische Premierminister Jean-Pierre Raffarin schloss sich am Donnerstag der Forderung von Bundeskanzler Gerhard Schröder nach einer Leitzinssenkung an.

Der Eurokurs sackte am Donnerstag bis auf 1,2386 Dollar. Am Vortag hatte die Gemeinschaftswährung zeitweise noch mehr als 1,27 Dollar gekostet. Bis zum Donnerstagnachmittag legte der Euro aber wieder leicht bis auf 1,2423 Dollar zu. Die EZB hatte den Referenzkurs zuvor noch auf 1,2444 (Mittwoch: 1,2629) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8036 (0,7918) Euro. Auch zum britischen Pfund und zum japanischen Yen legte der Dollar zu.

„Die Zinssenkungsspekulationen sind der entscheidende Faktor für die Euroschwäche“, sagte Devisenexperte Stefan Klomfass von Helaba Trust. Gleichwohl rechnet der Experte bei der Ratssitzung der EZB am kommenden Donnerstag mit keiner Leitzinssenkung. „Die EZB wird sich dem wachsenden politischen Druck nicht beugen und ihre Unabhängigkeit unter Beweis stellen“, sagte Klomfass. Eine Zinssenkung sei auch fundamental bei dem derzeitigen Eurokurs nicht gerechtfertigt. Schließlich fasse die Wirtschaft in der Eurozone wieder Tritt und der Euro erscheine noch nicht als „krass überbewertet“. Darüber hinaus seien nicht zu hohe Leitzinsen das Problem der Wirtschaft in der Eurozone.

Die jüngsten Konjunkturdaten aus den USA zeichneten ein gemischtes Konjunkturbild. Angesichts der nach wie vor ausbleibenden kräftigen Belebung am US-Arbeitsmarkt dürfte sich die US-Notenbank nach Einschätzung von Klomfass mit Zinserhöhung weiter gedulden. In naher Zukunft dürfte damit - anders als von den Politikern gefordert - das Leitzinsgefälle zwischen den USA und der Eurozone bestehen bleiben. In den USA ist der Leitzins mit 1,0 Prozent derzeit nur halb so hoch wie in der Eurozone.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,6683 (0,6682) britische Pfund, 136,40 (137,24) japanische Yen und 1,5740 (1,5740) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London mit 393,25 (400,25) Dollar deutlich schwächer notiert. Der Kilobarren kostete 10 225 (Vortag: 10 250) Euro.

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