Spekulationen
Draghi lässt den Ölpreis steigen

Nach den jüngsten Äußerungen von Mario Draghi erwarten Händler ein starkes Wachstumsprogramm von der EZB. An den Märkten gibt es deshalb jede Menge Spekulationen. Diese lassen nicht aber nur den Ölpreis steigen.
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Spekulationen auf frisches Geld von den Zentralbanken haben die Rohstoffmärkte am Dienstag bewegt. Der Ölpreis zog den dritten Tag in Folge an, Metall- und Goldpreise verteidigten ihre jüngsten Zuschläge.

Investoren gehen angesichts der trüben Konjunkturperspektiven davon aus, dass die US-Notenbank Fed, die Europäische Zentralbank (EZB) und die Zentralbank der Volksrepublik China (PBOC) in Kürze ihre Geldpolitik weiter lockern werden. Im besonderen Fokus steht derzeit die EZB, da sie am Donnerstag ihre Pläne erläutern will. Anleger erhoffen sich konkrete Aussagen zu einem neuen Anleihenkaufprogramm. Trotz der Kritik von deutscher Seite hatte EZB-Chef Mario Draghi am Montag seine Pläne wiederholt verteidigt: Der Kauf von Staatsanleihen überschuldeter Krisenstaaten mit einer Laufzeit von bis zu drei Jahren sei keine Finanzierungshilfe für den Staat, betonte der Zentralbanker.

Europäisches Brent-Öl wurde um 116,35 Dollar je Fass gehandelt; das war 55 Cent teurer als im späten Vortagesgeschäft. Amerikanisches WTI-Öl zog um 65 Cent auf 97,12 Dollar an.

Die Aussicht auf den Zufluss frischen Geldes unterstützte auch die Metallpreise. Die Tonne Kupfer kostete kaum verändert 7665 Dollar. Die Sorge vor einer deutlich sinkenden Nachfrage aus dem wichtigsten Abnehmerland China hat den Kupferpreis in den vergangenen vier Monaten um zehn Prozent fallen lassen.

Gold kostete 1693 Dollar je Feinunze und damit etwas mehr als im späten Vortagesgeschäft. Damit handelt das Edelmetall nur noch knapp unter 1700 Dollar - ein Preis, der zuletzt im März gezahlt worden ist. Aus Sorge vor einer Abwertung des Dollar, sollte die Fed die Notenpresse erneut anwerfen, hat das Edelmetall in den vergangenen Wochen deutlich an Attraktivität gewonnen. Allein seit Anfang Juli stieg der Preis um knapp neun Prozent.

Noch stärker war das Plus bei Silber. Die Feinunze kostete 32,10 Dollar, das ist für die vergangenen zwei Monate ein Aufschlag von 17 Prozent. Den im Vergleich zum Gold überproportionalen Preisanstieg führen die Analysten der Commerzbank vor allem auf spekulative Finanzanleger zurück. "Darüber hinaus haben auch die Verkäufe von Silbermünzen in den USA zuletzt wieder angezogen", schrieben sie in einem Kommentar. Mit 2,87 Millionen Unzen seien im August rund ein Viertel mehr Silbermünzen abgesetzt worden als noch im Monat zuvor.

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  • @ Leopold, bedenke dass, wenn es Deutschland nicht mehr gefällt, es jederzeit aus der EU/Währungsunion austreten kann und darf.
    Also keine Panik, im Moment geht es den meisten Deutschen prächtig, Deutschland profitiert des Malheurs der anderen.
    Wenn die Zeit für den Austritt reif ist wird sich schon jemand finden der das tut!
    Aber im Moment leben wir wie die Marder im Speck und auf Kosten der schwächeren EU-Länder die sich gegen unsere Exportlawine wegen der EU-Verträge (Freihandelszone) nicht wehren können und nicht wehren dürfen. Somit können wir unsere Arbeitslosigkeit über unseren Leistungsbilanzüberschuss exportieren (15 Milliarden im Schnitt PRO MONAT und das seit 17 Jahren)
    Was wollen wir noch mehr? Die paar Milliarden die wir netto an Brüssel zahlen müssen sind Peanuts im Verhältnis zum Leistungsbilanzüberschuss den wir durch unseren Mitgliedsbeitrag an Brüssel (EU) realisieren dürfen und können.
    Den meisten Deutsche geht es bestens, einfach genießen und egal wie es den anderen EU-Ländern geht, auch wenn in Spanien und Portugal die Jugendarbeitslosigkeit bei mehr als 50% liegt, wen juckt denn das? Den Herr Weidmann bestimmt nicht und mich schon gar nicht!

  • Gesetz gibt es dazu keines - nur Pression:
    - der vorletzte, der aus dem Mechanismus aussteigen wollte war Saddam Hussein (und wurde geköpft)
    - der letzte Iran (und wurde mit weiteren sanktionen belegt)

  • Wie lange laufen eigentlich die Verträge noch, nach denen das Öl immer in Dollar abgerechnet wird?
    Oder gibt es dazu ein "Weltgesetz"?

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