Spekulationen über Währungskontrolle
Trichet-Äußerungen treiben Euro auf neues Allzeithoch

EZB-Präsident Jean-Claude Trichet hatte sich positiv zu den Konjunkturaussichten in Europa geäußert - Anleger nahmen dies als Einstiegssignal. Der Euro kletterte daraufhin kurzzeitig auf ein neues Allzeithoch.

HB FRANKFURT. „Trichet ist in Bezug auf die Konjunktur optimistisch und hat offenbar kein Problem mit dem aktuellen Euro-Kurs“, sagte ein Devisenhändler. „Das hilft uns natürlich.“ Nach Reuters-Daten lag das neue Rekordhoch des Euro bei 1,2155 Dollar.

Trichet hatte in einer Pressekonferenz unter anderem gesagt: „Insgesamt steht uns in den kommenden Quartalen eine graduelle Erholung des Wirtschaftswachstums in der Euro-Zone bevor, die im Laufe des kommenden Jahres und im Jahr darauf in eine breitere und stärkere Erholung mündet.“ Außerdem sollte der aktuelle Euro-Kurs Nachfrage und Konsum stärken. Als weiteren Faktor für die erneuten Aufwertung der europäischen Valuta nannten Börsianer den überraschenden Anstieg der Erstanträge auf US-Arbeitslosenunterstützung. In der vergangenen Woche kletterte die Zahl der Antragsteller auf 365 000 von 354 000 in der Vorwoche. Experten hatten dagegen einen Rückgang auf 350 000 vorhergesagt.

Thematisiert wurde am Devisenmarkt außerdem noch die Frage eventueller Währungskontrollen, nachdem eine Zeitung berichtet hatte, die EU-Kommission prüfe die rechtliche Basis für derartige Schritte. Damit solle der Anstieg des Euro-Kurses auf ein wirtschaftlich schädliches Niveau verhindert werden. Als Reaktion hierauf hatten viele Anleger zunächst Gewinne eingestrichen und damit den Wechselkurs des Euro unter die Marke von 1,21 Dollar gedrückt. Die Kommission hat den Bericht inzwischen als „vollkommen ohne Grundlage“ zurückgewiesen. Solche Kontrollen sind nach Einschätzung des Devisenanalysten Folker Hellmeyer von der Bremer LB nicht durchführbar. Schließlich produzierten Großkonzerne heutzutage in verschiedenen Ländern und seien daher auf die Möglichkeit angewiesen, Devisen ohne Beschränkungen kaufen und verkaufen zu können.

Im Referenzkursverfahren EuroFX wurde der Kurs des Euro mit 1,2063 (Vortag 1,2122) Dollar festgelegt. Die EZB ermittelte den Referenzkurs mit 1,2074 (1,2102) Dollar.

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