Spekulationsgewinne
Nickelpreis bricht Rekorde

Kona Haque von der Londoner Economist Intelligence Unit (EIU), einem auf den Rohstoffmarkt spezialisierten Beraterhaus, war der rasant steigende Nickelpreis schon Anfang des Jahres nicht mehr geheuer. Damals wurden gerade 30 000 Dollar für die Tonne des Schwermetalls bezahlt. Wer Haques Skepsis teilte, verpasste satte Spekulationsgewinne.

LONDON. Ende vergangener Woche näherte sich der Preis für Nickel zur Lieferung in drei Monaten an der Londoner Metallbörse LME gar der Marke von 50 000 Dollar je Tonne. Übertrumpft wurde dieser Kurs noch für Nickel zur sofortigen Lieferung. Der so genannte Kassapreis hatte mit einem Aufgeld von 2 150 Dollar je Tonne die 50 000-Dollar-Marke kurz zuvor bereits überschritten – ein Zeichen extremer Knappheit.

Andere zucken auch bei diesem Preis vor Nickel-Engagements noch nicht zurück. „Unser bevorzugtes Basismetall für 2007 ist nach wie vor Nickel“, überraschte Peter Richardson von der Deutschen Bank in London denn auch Ende vergangener Woche manchen Anleger, den jetzt Schwindelgefühle packen. Richardson macht die „extrem niedrigen Bestände“ und Versorgungsschwierigkeiten. für die Preisexplosion verantwortlich. Die Vorräte in den Lagerhäusern der LME entsprechen gerade knapp dem, was weltweit binnen zwei Tagen von diesem Legierungsmetall verbraucht wird. Binnen Jahresfrist sind die Reserven um 85 Prozent auf weniger als 5 000 Tonnen geschmolzen.

„Die Versorgung ist äußerst knapp“, meint auch David Thurtell, Analyst der Bank BNP Paribas in London. Die Produktion sei im vergangenen Jahr deutlich hinter dem Verbrauch zurückgeblieben. Einem um 11,3 Prozent auf 1,386 Mill. Tonnen gestiegenen Bedarf stand eine nur um 5,2 Prozent auf 1,340 Mill. Tonnen gestiegene Produktion gegenüber. Nach den von der Internationale Studiengruppe für Nickel (INSG) ermittelten Daten ergab sich ein Produktionsdefizit von mehr als 40 000 Tonnen, was auf den Preis durchschlägt.

Eine Schlüsselrolle auf dem Nickelmarkt spielen Staaten der ehemaligen Sowjetunion, wo Norilsk Nickel, der weltweit größte Nickelproduzent, fördert. Mit weitem Abstand folgen Kanada, Japan, China und Australien.

China gibt Marktteilnehmern Rätsel auf, weil niemand weiß, wie viel Nickel das Riesenreich noch zusätzlich zur Deckung seines rapide wachsenden Bedarfs importieren muss. Im Januar und Februar schnellten die Netto-Importe um zwei Drittel in die Höhe. Das Land baue derzeit die Gewinnung des Metalls aus Roheisen beträchtlich aus, beobachten die Analysten von Macquarie Research in London.

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