Staat könnte nun Auseinandersetzung beenden
Ölpreis steigt nach Streik-Eskalation in Norwegen

In der norwegischen Ölindustrie haben die Arbeitgeber die Aussperrung der seit sieben Tagen streikenden Ölarbeiter ab Montag angekündigt und damit den Arbeitskampf eskalieren lassen.

HB OSLO. Die Ölgewerkschaft OFS bekräftigte daraufhin ihre Streikbereitschaft. Nun könnte der Staat, wie von der Gewerkschaft befürchtet, den Streik beenden. Die Regierung teilte mit, sie nehme den Arbeitskampf sehr ernst und prüfe die Situation. Norwegen fördert täglich rund drei Millionen Barrel Öl und liegt damit weltweit hinter Saudi-Arabien und Russland auf Rang drei der Produzenten. Durch eine Aussperrung würde fast die gesamte Produktion zum Erliegen kommen. Nachdem der Ölpreis am Vortag zurückgefallen war, stieg er am Donnerstag wieder. Ein Barrel (knapp 159 Liter) der führenden Nordseesorte Brent zur Lieferung im August verteuerte sich um 32 Cent auf 35,35 Dollar.

„Eine Aussperrung wird zu einem fast vollständigen Ausfall der Öl- und Gasproduktion führen“, hieß es in der Mitteilung der Arbeitgeber. Die Gewerkschaft OFS beharrte trotzdem auf ihrer bisherigen Linie: „Wir werde den Streik so gut wie möglich fortsetzen“, sagte OFS-Chef Terje Nustad der Nachrichtenagentur Reuters. Mit Blick auf eine Einmischung der Regierung stellte er fest, die Gewerkschaft befürchte dies schon seit längerem. „Wir müssen weitermachen und abwarten, was die Behörden unternehmen werden. Aber ich glaube, sie werden eingreifen.“ Durch den Streik hat sich die tägliche Ölfördermenge Norwegens bereits um mehr als ein Zehntel reduziert.

Die Regierung machte beide Seiten für die Eskalation im Arbeitskampf verantwortlich. „Die Regierung verfolgt den Konflikt ununterbrochen und erwägt nun ernsthaft, Konsequenzen zu ziehen“, sagte ein Sprecher des Arbeitsministers Dagfinn Hoybraaten.Ministerpräsident Kjell Magne Bondevik wies vor Journalisten darauf hin, dass sich die Lage durch eine Aussperrung verschärft würde.

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