Staaten der Region kritisieren massiven Druck der USA
Asien kämpft gegen starken Yen und Yuan

China mauert, Japan stemmt sich dagegen, und die übrigen Staaten Asiens warten ab. Eine künstlich beschleunigte Aufwertung will kein asiatisches Land hinnehmen, nur um die US-Defizite zu finanzieren. Zu sehr bangen die Länder um den gerade beginnenden wirtschaftlichen Aufschwung. Die Beseitigung der globalen Ungleichgewichte sollte nicht von den Vereinigten Staaten politisch erzwungen, sondern durch Reformen und Kooperation erreicht werden, hieß es auf der Asien-Tagung des World Economic Forum (WEF) in Singapur.

SINGAPUR. Besonders kritisch springt Thailands Zentralbankgouverneur Pridiyathorn Devakula mit Washington um. „Die USA verfolgen die Absicht, den Dollar zu schwächen, um ihre Defizite abzubauen“, sagte er im Gespräch mit dem Handelsblatt. „Sie neigen dazu, ihre Lasten auf den Rücken von Partnern abzuwälzen.“ Jetzt seien der Euro und die Währungen in Asien die Leidtragenden. „Wir müssen dieses Problem aber gemeinsam lösen und zurück zu einem gesunden Gleichgewicht finden“, fügte der Notenbankchef hinzu. „Wir dürfen nicht endlos zusehen, wie unsere Währungen aufgekauft werden.“ Thailand, das seine Währung frei schwanken lässt, werde gegen den Aufwertungsdruck intervenieren, „wenn der Baht zulegt, ohne dass die Wirtschaft an Stärke gewinnt, oder wenn wir den Eindruck haben, dass spekulatives Kapital ins Land fließt“.

Asiens Zentralbanken sollten Wechselkursregimes verfolgen, die ihren Handelsinteressen entsprächen. Das forderte Pridiyathorn in Singapur. Die Erfahrung zeige, dass frei schwankende Währungen nicht sehr praktisch seien. „Wir brauchen ein Wechselkurssystem, das stabile Handelsbeziehungen unterstützt.“ Eine einheitliche asiatische Währung sei eine Option für die Zukunft, vielleicht aber „auch nur eine Traumvorstellung“.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) unterstrich auf der WEF-Konferenz in Singapur zwar, dass mehr Wechselkursflexibilität in Asien Teil der Bemühungen zum schrittweisen Abbau der weltweiten Ungleichgewichte der Leistungsbilanzen sein müsse. Der stellvertretende Geschäftsführende Direktor des Fonds, Shigemitsu Sugisaki, forderte die USA zugleich aber auf, ihr Budgetdefizit zu bereinigen. Europa müsse für mehr Deregulierung auf dem Arbeitsmarkt sorgen und Japan die Reform des Finanzsektors vorantreiben. Chinas Währung hält der IWF nicht für unterbewertet. „Es ist schwer zu sagen, wo ein angemessener Wechselkurs für den Renminbi anzusiedeln ist. Aber es gibt keinen überzeugenden Grund für die These, er sei unterbewertet.“

China fixiert seine Währung seit 1994 in einer engen Bandbreite von 8,2760 und 8,2800 Renminbi (Yuan) zum Dollar. Gleichwohl rät der IWF China zu einer unabhängigeren Wechselkurspolitik: „Das wäre ein bedeutsames Signal für andere Länder.“

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