Staatsanleihen
„Rendite ist völlig egal, es geht nur noch um Sicherheit“

Die Angst der Anleger vor der Euro-Krise treibt kuriose Blüten: Einerseits flüchten die Investoren in deutsche Staatsanleihen. Gleichzeitig wird es aber immer teurer, Bundesanleihen gegen einen Ausfall zu versichern.
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FrankfurtDie Furcht vor einem Auseinanderbrechen der Eurozone hat die Stimmung am Renten- und Devisenmarkt zum Wochenausklang getrübt. Der Euro schaffte es am Freitagnachmittag zwar wieder über 1,27 Dollar. Händlern zufolge stand diese Erholung aber auf tönernen Füßen. Im frühen Geschäft war die Gemeinschaftswährung bis auf 1,2640 Dollar gefallen. Damit war sie nur knapp über dem bisherigen Jahrestief vom Januar geblieben. Seit Monatsbeginn hat der Euro gut fünf US-Cent an Wert verloren.

"Die Meinungen darüber, wie es mit Griechenland weitergeht, und ob die Griechen aus dem Euro austreten oder nicht, gehen sehr weit auseinander", sagte ein Händler. "Es gibt viele Theorien, aber es lässt sich nicht abschätzen, welche sich bewahrheiten wird, und das macht das Geschäft im Moment so schwer."

Ein Fünkchen Hoffnung erhielten die Euro-Befürworter von einer Umfrage, derzufolge die konservative Neue Demokratie und die sozialistische Pasok beim Urnengang im Juni eine Mehrheit erringen könnten. EZB-Ratsmitglied Jose Manuel Gonzalez-Paramo bekräftigte den Willen der Zentralbank, Griechenland im Euro zu halten.

Die Nervosität der Investoren wurde von der Herabstufung Griechenlands durch die Ratingagentur Fitch weiter angeheizt. Deren Analysten begründeten das neue Langfrist-Rating CCC (vorher: B-) mit der Gefahr, dass das Land die Eurozone verlassen könnte. Auch für die angeschlagenen spanischen Banken gab es neue Krisenschlagzeilen: Die Ratingagentur Moody's stufte 16 Institute herunter. "Der Euro kann in dieser Gemengelage kaum einmal durchatmen", hieß es in einem Commerzbank-Kommentar. "Das schon deswegen nicht, weil noch immer eine generelle Strategie zur Bekämpfung der Krise fehlt."

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Ansturm auf Bundesanleihen

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Ausfallversicherungen verteuern sich

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  • Der Vorschlag ist vielleicht gar nicht so abwegig wie er gemacht wird
    Das könnte der erste Schritt zur europäische Föderation oder Fiskalunion, allerdings müssten die soziale Leistungen in allen Euro-Länder angeglichen werden und von allen Euro-Länder, nach BIP übernommen werden. Rente, Arbeitslosenleistungen, Hartz IV, Krankenversicherungsleistungen, etc., etc.,
    Schließlich ist der deutsche Exportüberschuss mit Schuld am Defizit und Überschuldung der anderen Euro-Länder, ein Überschuss kann nur entstehen wenn irgendwo ein Defizit entsteht.
    Prinzip der kommunizierenden Röhren. Dieser Exportüberschuss kommt ein Export der eigenen Arbeitslosigkeit gleich. Daher sollten die Leistungen von allen Euro-Länder getragen werden.
    Wie in der Bundesrepublik Deutschland vom Bund getragen und nicht von den einzelnen Bundesländer.

  • Sind sie nicht. In Euro gerechnet ist der Goldkurs praktisch konstant geblieben. Und das hat auch seine Gründe.

  • Haben denn alle vergessen das der Euro geschaffen wurde um Europa endlich den totalen Frieden zu geben?...nach zwei totalen Kriegen ..

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