Staatsanleihen

„Rendite ist uns völlig egal“

Die Angst der Anleger vor der Euro-Krise treibt kuriose Blüten: Einerseits flüchten die Investoren in deutsche Staatsanleihen. Gleichzeitig wird es aber immer teurer, Bundesanleihen gegen einen Ausfall zu versichern.
Update: 18.05.2012 - 15:44 Uhr 13 Kommentare
Euro-Münze: Hält die Gemeinschaftswährung? Quelle: dpa

Euro-Münze: Hält die Gemeinschaftswährung?

(Foto: dpa)

FrankfurtDie Furcht vor einem Auseinanderbrechen der Eurozone hat die Stimmung am Renten- und Devisenmarkt zum Wochenausklang getrübt. Der Euro schaffte es am Freitagnachmittag zwar wieder über 1,27 Dollar. Händlern zufolge stand diese Erholung aber auf tönernen Füßen. Im frühen Geschäft war die Gemeinschaftswährung bis auf 1,2640 Dollar gefallen. Damit war sie nur knapp über dem bisherigen Jahrestief vom Januar geblieben. Seit Monatsbeginn hat der Euro gut fünf US-Cent an Wert verloren.

"Die Meinungen darüber, wie es mit Griechenland weitergeht, und ob die Griechen aus dem Euro austreten oder nicht, gehen sehr weit auseinander", sagte ein Händler. "Es gibt viele Theorien, aber es lässt sich nicht abschätzen, welche sich bewahrheiten wird, und das macht das Geschäft im Moment so schwer."

Ein Fünkchen Hoffnung erhielten die Euro-Befürworter von einer Umfrage, derzufolge die konservative Neue Demokratie und die sozialistische Pasok beim Urnengang im Juni eine Mehrheit erringen könnten. EZB-Ratsmitglied Jose Manuel Gonzalez-Paramo bekräftigte den Willen der Zentralbank, Griechenland im Euro zu halten.

Die Nervosität der Investoren wurde von der Herabstufung Griechenlands durch die Ratingagentur Fitch weiter angeheizt. Deren Analysten begründeten das neue Langfrist-Rating CCC (vorher: B-) mit der Gefahr, dass das Land die Eurozone verlassen könnte. Auch für die angeschlagenen spanischen Banken gab es neue Krisenschlagzeilen: Die Ratingagentur Moody's stufte 16 Institute herunter. "Der Euro kann in dieser Gemengelage kaum einmal durchatmen", hieß es in einem Commerzbank-Kommentar. "Das schon deswegen nicht, weil noch immer eine generelle Strategie zur Bekämpfung der Krise fehlt."

Ansturm auf Bundesanleihen
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13 Kommentare zu "Staatsanleihen: „Rendite ist völlig egal, es geht nur noch um Sicherheit“"

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  • Der Vorschlag ist vielleicht gar nicht so abwegig wie er gemacht wird
    Das könnte der erste Schritt zur europäische Föderation oder Fiskalunion, allerdings müssten die soziale Leistungen in allen Euro-Länder angeglichen werden und von allen Euro-Länder, nach BIP übernommen werden. Rente, Arbeitslosenleistungen, Hartz IV, Krankenversicherungsleistungen, etc., etc.,
    Schließlich ist der deutsche Exportüberschuss mit Schuld am Defizit und Überschuldung der anderen Euro-Länder, ein Überschuss kann nur entstehen wenn irgendwo ein Defizit entsteht.
    Prinzip der kommunizierenden Röhren. Dieser Exportüberschuss kommt ein Export der eigenen Arbeitslosigkeit gleich. Daher sollten die Leistungen von allen Euro-Länder getragen werden.
    Wie in der Bundesrepublik Deutschland vom Bund getragen und nicht von den einzelnen Bundesländer.

  • Sind sie nicht. In Euro gerechnet ist der Goldkurs praktisch konstant geblieben. Und das hat auch seine Gründe.

  • Haben denn alle vergessen das der Euro geschaffen wurde um Europa endlich den totalen Frieden zu geben?...nach zwei totalen Kriegen ..

  • Die Vorschläge der sog. Elite laufen doch darauf hinaus,
    daß die deutsche Bevölkerung voll in die Haftung genommen
    wird und das für viele Generationen.
    Kohl, seine Paladine und die Nachfolger, egal von welcher
    Partei, haben den Völkern Europas und besonders den Deutschen dieses Desater eingebrockt. Ohne Not, nur um
    die eigenen Pfründe und die der Bimbesquellen - sie nennt
    jetzt Elite - zu befrieden und zwar in jeder Hinsicht.
    Die Polit- und Bankgsterkasten werden ein grausames
    Erwachen erleben.
    Nur der sog. Pöbel ist in der Mehrheit und wird bei den
    nächsten Wahlen eine völlig neue Weltordnung schaffen.

  • „GERMAN ANGST“ - deshalb kriegt hier im Land euch niemand mehr den Arsch von der TV-Couch!
    Jahrelange Gehirnmanipulation [...] haben für völlige Verblödung und Lethargie der Masse gesorgt.
    Dazu noch eine im Tiefschlag verweilende deutsche Journalie, welche alle voneinander abschreiben, anstatt die RICHTIGEN Fragen zu stellen!
    Ich zitiere hier Berliner Band Haudegen: „Die Zeiten sind rau, die Moral liegt getreten am Boden.
    Bei einem Blick aus deinem Fenster raus wirst du belogen und betrogen. Trau deinen Augen! Die Flügel stehen für Freiheit, das Schwert für den ewigen Kampf.
    In diesen Zeiten von HABGIER und FEIGHEIT halt es fest in deiner Hand. Du wirst es brauchen! Gib nicht auf und halte fest den größten Berg den du versetzt. Wenn dir jemand deine Freiheit verwährt, hier hast du Flügel und ein Schwert.

    [+++ Beitrag von der Redaktion editiert +++]

  • @ tricher

    ..ja und es sieht so aus als liegen sie mit dem was sie glauben richtig. Die Europäer (99,9%) lassen sich von einer mafiösen internationalen Elite widerstandslos schlachten.

  • Musste auch erst einmal schlucken, wie ich das gelesen habe, was Trichet da vorgeschlagen hat. Sein Vorschlag ist nichts anderes als Besetzung und Entmächtigung von den Schuldnerländern. Das vom Ex-Chef der EZB. Zeigt, wie demokratisch solche Leute denken. Die glauben, die können sich alles herausnehmen.

  • hello DIKTATUR ... die Demokratie-Mörder werden immer dreister!

    "Ein Vorschlag von Ex-EZB-Chef Jean-Claude Trichet zur Rettung des Euro ging in der Krisenstimmung fast unter. Er hat angeregt, dass die EU-Staaten im Extremfall ein Land für bankrott erklären und seine Haushaltspolitik übernehmen."

    Was soll man dazu noch sagen. Wo bleibt der Vorschlag, dass die Managmentabteilungen der Banken die Parlamentarier der europäischen Staaten ersetzen sollen?

  • Das Wahlvieh in Schleswig Holstein hat schon reagiert.
    Wahlbeteiligung so niedrig ,wie nie.
    Das Volk hat die Schnauze voll.
    In NRWF ähnlich.
    Ehrliche Arbeit, Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit usw. zählen nicht mehr.
    Was interessieren mich irgendwelche Staaten und deren Regierungen ,Beamte,Militär, Banker usw.

    Die Menschen in den Ländern, wie Griechenland haben ebenso wenig zu melden, wie wir Deutschen.
    Einige profilsüchtige Politiker werden die Karre schon in den Dreck fahren.
    Sind ja schließlich demokratisch mehrheitlich vom Volk gewählt worden. Oder ??

  • Es ist absurd, in deutsche Staatsanleihen zu investieren, wenn man sein Geld sicher anlegen will. Deutschland hat sich mit dem Euro, den Rettungsschirmen, den Bürgschaften, dem Bruch der Verträge ruiniert. Mitgefangen, mitgehangen.
    Wenn uns nach dem Zusammenbruch der ersten Euro Staaten die Rechnung präsentiert wird, dann werden auch hier die Riskioprämien und damit die Zinsen steigen. Dann werden schnell die hochgepäppelten Kurse der deutschen Anleihen ins Bodenlose stürzen. Wer Sicherheit will, muss sich ausserhalb der Eurozone nach Anlagen umsehen, oder in Edelmetalle investieren - letztere sind momentan wieder etwas preiswerter geworden.

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