Stärkster Einbruch seit 2003
Ölpreis schließt unter 130 Dollar

Die Preise für Rohöl sind weiter auf Talfahrt. Am dritten Tag in Folge hat der Preis für US-Rohöl am Donnerstag deutlich nachgegeben und verzeichnete damit innerhalb von drei Tagen einen Rückgang um knapp 11 Prozent. Das ist der stärkste Einbruch seit 2003. Laut einer Studie der Commerzbank dürfte sich der Trend fortsetzen.

NEW YORK. An der New Yorker Rohstoffbörse (Nymex) ermäßigte sich der Settlementpreis auf den marktführenden Augustkontrakt für ein Barrel der Sorte Light, Sweet Crude gegenüber dem Vortag um 3,9% oder 5,31 Dollar auf 129,29 Dollar. Das Tagestief lag bei 129,00 Dollar und das -hoch bei 136,75 Dollar.

Händler nannten unter anderem Leergeschäfte vor dem näher rückenden Verfall des Augustkontrakts als Grund für den erneuten Preisrückgang, weil Marktteilnehmer ihre Preisprognosen überprüften. Auch die Furcht vor eine weiteren Abschwächung der US- Konjunktur und einem erwarteten Nachfragerückgang laste auf dem Ölpreis. Die Abwärtsspirale habe eine gewisse Eigendynamik erhalten, so wie dies zuvor in entgegengesetzter Richtung zu beobachten gewesen war, hieß es.

Die sich anbahnende Entspannung zwischen den USA und dem Iran im Atomstreit habe ebenfalls Druck vom Markt genommen, sagten Händler. Sollte sich das politische Tauwetter zwischen beiden Staaten am Freitag fortsetzen, sei mit weiter rückläufigen Rohölpreisen zu rechnen, sagte Ray Carbone, Händler an der Nymex. Vertreter beider Nationen treffen am Freitag in der Schweiz zusammen, um über Lösungen im Streit über das iranische Nuklearprogramm zu verhandeln. Erstmals seit 29 Jahren kommen auf dieser Ebene Unterhändler beider Staaten zusammen.

Die Nachfrage wird sich laut der Commerzbank in den kommenden Monaten weiterhin abschwächen. Der Ölpreis dürfte daher deutlich unter das derzeit „überhöhte Niveau“ fallen, heißt es in einer Studie der Bank.

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