Starke Erholung
Der Euro lässt sich nicht klein kriegen

Als hoffnungslos verloren galt der Euro vor kurzem noch in den Augen von Experten. Doch die Stimmung dreht: Die Gemeinschaftswährung zeigt Stärke und überrascht damit auch die Kritiker. Ganz mundtot sind sie aber nicht.
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FrankfurtVor wenigen Monaten noch redeten sich die Experten den Kopf darüber heiß, dass der Euro womöglich auseinanderbrechen könnte. Die europäische Gemeinschaftswährung schien angesichts des erwarteten Schuldenschnitts in Griechenland und der drohenden Infektion anderer EU-Peripherieländer unrettbar verloren.

Jetzt ist die Lage eine andere. Der Euro hat sich von seinem Tief unterhalb von 1,27 Dollar im Januar deutlich erholt. Inzwischen gab es eine Umschuldung von Griechenlandanleihen und zwei EZB-Geldspritzen von insgesamt mehr als einer Billion Euro. Zudem sind die neuen Konjunkturdaten aus Deutschland vielversprechend.

Gestern bestätigte das Konjunkturbarometer des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim die vorsichtigen Optimisten. Die angekündigte Rezession wird wohl nicht eintreten. Deutschland bleibt stark – und zahlungskräftig.

Analysten müssen sich wohl oder übel am Markt orientieren. Wie so oft passen sie deshalb derzeit ihre Prognosen den neuesten Kursentwicklungen an. Am 26. Januar hatten die Währungsprofis von über 50 Finanzhäusern in einer Umfrage der Agentur Bloomberg den Euro per Ende des dritten Quartals 2012 noch bei 1,26 Dollar gesehen.

Jetzt schätzen die gleichen Experten immerhin schon 1,29 Dollar. Das ist zwar noch weit entfernt von früheren Prognosen. Aber die Beobachter glauben, doch eine Stabilisierung zu erkennen. Manche erwarten sogar weitere Fortschritte bei der Erholung der Gemeinschaftswährung.

Unter den Bekehrten finden sich große Namen. Auf der Liste stehen Häuser wie die Bank of America und Morgan Stanley. John Normand etwa, der die weltweite Währungsstrategie bei JP Morgan Chase in London leitet, sieht den Euro Ende Juni bei 1,34 Dollar.

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„Es gibt Gründe, den Euro positiv zu sehen“

Kommentare zu " Starke Erholung: Der Euro lässt sich nicht klein kriegen"

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  • Voellig irrelevant, wie der Euro zum Dollar steht! Es ist viel wichtiger zu wissen, wieviele Kaurimuscheln man noch fuer einen Euro bekommt.

  • Prima. Dann brauchen wir also auch keinen illegalen ESM mehr, der von den EUdSSR-Politikern und Frankarm herbeigezittert wurde, als es dem Euro noch schlecht ging?

    Oder will man den ewigen Rettungsschirm immer noch? Und wenn ja, wieso?

  • Nun staunen die Zauberlehrlinge in ihrer grenzenlosen Naivität darüber, dass eine Billion an gedruckten Scheinchen tatsächlich für einige Wochen eine Wirkung zeigen. Was für eine Posse! Es dreht hier überhaupt nichts. Wenn der Nebel sich wieder lichten wird, werden wir die verbrannte Erde deutlicher denn je sehen...

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