Devisen + Rohstoffe
Starker Euro gefeiert - Mehr Koordinierung der Politik nötig

Der Euro ist nach Einschätzung des niederländischen Finanzministers Gerrit Zalm in jeder Hinsicht eine starke Währung. Die Gemeinschaftswährung habe sich als dynamisch und flexibel herausgestellt, sagte Zalm am Montag auf einer Euro- Konferenz der Europäischen Union in Amsterdam.

dpa-afx AMSTERDAM. Der Euro ist nach Einschätzung des niederländischen Finanzministers Gerrit Zalm in jeder Hinsicht eine starke Währung. Die Gemeinschaftswährung habe sich als dynamisch und flexibel herausgestellt, sagte Zalm am Montag auf einer Euro- Konferenz der Europäischen Union in Amsterdam. "Als Rekordtiefstände erreicht wurden, haben viele den Euro als Lachnummer der internationalen Finanzgemeinschaft gesehen. Nachdem der Euro in diesem Jahr neue Rekordhöhen erreichte, haben diejenigen gelacht, die in den Euro investiert haben - auf dem Weg zur Bank, um die Gewinne einzustreichen", sagte Zalm.

Bei der Konferenz zum fünfjährigen Bestehen der Gemeinschaftswährung hoben Experten aber auch hervor, dass trotz der insgesamt positiv beurteilten Wirtschafts- und Währungsunion nicht alle Erwartungen erfüllt wurden. "Sie hat makro-ökonomische Stabilität gebracht aber noch nicht die ökonomische Dynamik", sagte Joaquín Almunia, EU-Kommissar für Wirtschafts- und Währungsfragen.

Mehr Spielraum

Vor allem der Stabilitäts- und Wachstumspakt muss nach Ansicht Almunias gestärkt werden. "Wir brauchen mehr Spielraum zur Anwendung der Regeln", meinte er unter Hinweis auf die Bestimmungen zur Obergrenze für Haushaltsdefizite und staatliche Verschuldung. Der Pakt habe an Glaubwürdigkeit eingebüßt, weil einige Staaten fortlaufend die Bestimmungen missachtet hätten.

Zugleich setzte sich der Kommissar für eine wesentlich stärkere Koordinierung der Wirtschaftspolitik in den Ländern der Eurozone ein. Ein stärkeres Engagement des Europäischen Parlaments und der nationalen Volksvertretungen sei erforderlich, damit Wachstum und Arbeitsplätze entstehen.

Reformen Notwendig

Zalm äußerte sich kritisch zum Stabilitäts- und Wachstumspakt. Er habe zwar den Euro gestützt und zur Verbesserung der Staatsfinanzen beigetragen, aber nicht so gut gewirkt wie erhofft. Das Ziel eines stärkeren Wirtschaftswachstums in den Euroländern sei nicht erreicht worden. "Die Anstrengungen für strukturelle Reformen müssen verstärkt werden. Das wissen wir." Um langfristiges Wachstum zu sichern, seien strukturelle Reformen auch auf den nationalen Arbeitsmärkten erforderlich.

Zugleich betonte Zalm die Notwendigkeit, die durch neue Regeln und Vorschriften entstehende administrative Belastung der Wirtschaft zu begrenzen. Dies komme der Wettbewerbsfähigkeit Europas zu Gute.

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