Starker Yen
Warum Japan seine eigene Währung verkauft

Verzweiflungstat oder Befreiungsschlag? Japan greift in den Devisenmarkt ein, um die eigene Währung zu schwächen. Doch ihre Sorgen sind die Japaner damit nicht los.
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TokioNatürlich war es eine abgesprochene Sache. Er habe der Notenbank „vorgeschlagen“, seine Aktion zu unterstützten, sagte Japans Finanzminister Yoshihiko Noda heute lediglich, nachdem er den Eingriff seiner Regierung in Devisenmarkt öffentlich machte. Tatsächlich aber war Beobachtern klar, dass die anschließende Lockerung der Geldpolitik durch die Männer um Notenbankchef Masaaki Shirakawa längst verabredete Sache war. Am Mittwochabend hatte sich Noda vor einem Komitee im Unterhaus ungewollt in die Karten schauen lassen. Man werde versuchen, dem Markt „ein Paket“ anzubieten, sagte der Finanzminister.

 Das Paket ist am gestrigen Donnerstag zu einem konzertierten finanzpolitischer Befreiungsschlag von Regierung und Notenbank geworden. Während die Regierung in großem Stil Yen verkaufte und Dollar erwarb, hat die Notenbank die Geldschleusen noch einmal ein Stück weiter geöffnet. Sie erweiterte ihr Programm zum Ankauf von Vermögenswerten und zur Bereitstellung billigen Geldes um insgesamt 10 Billionen Yen (etwa 91 Milliarden Euro). Die Entscheidung in der Zentralbank fiel einstimmig. Den Leitzins beließ sie im Korridor zwischen 0 und 0,1 Prozent.

Die japanische Regierung habe bei der Intervention in den Währungsmarkt alleine gehandelt, stehe aber in Kontakt mit anderen Regierungen, sagte Noda. Der Yen rutschte danach zum Dollar um drei Prozent ab, der größte Sinkflug seit September letzten Jahres. Nach Börsenschluss in Tokio lag der Yen bei 79,40 Yen zum Dollar und damit noch immer deutlich unter dem Kurs von 82,59, den Japans Exporteure im Durchschnitt in ihren Gewinnvorhersagen festgelegt haben. Experten glauben deshalb auch, dass die Regierung bald noch einmal loslegen könnte. „Sie werden wahrscheinlich weitermachen bis zur 80-Yen-Marke“, sagte Koji Fukaya, Chef-Währungsstratege bei Credit Suisse in Tokio.

Kommentare zu " Starker Yen: Warum Japan seine eigene Währung verkauft"

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  • An Ron777,

    das ist wahr die Bundesbank war in der Vergangenheit immer aktiv (DM-Raum) die Währungsrelation zu beeinflussen. Die DM war in den 60er Jahren permanent unterbewertet und es ist ein Teil der Aufgabe einer Zentralbank den Außenwert der Währung festzulegen.

  • Und damit ist auch das Märchen, dass eine nationale deutsche Währung automatisch aufwerten muss, der Lüge überführt. Jedes land kann seine Währung durch das Drucken von Geld ohne beschränkung ins Nirvana drücken.

  • Die Japaner verkaufen nicht ihre Währung, sondern nur neue Druckerzeugnisse. Sie haben von den Chinesen gelernt und nehmen auch die Schweiz als Beispiel. Wer ist der nächste? Wann kommt der große Crash?

    Wirtschaft ohne neue Schulden:

    http://www.bps-niedenstein.de/content/view/51/59/

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