Steigende Kurse
Zinsspekulation stützt Edelmetall-Preise

Die Platin-Notierung springt auf über 1 700 Dollar und Gold kostet mehr als 930 Dollar. Damit sind beide wieder auf Rekordkurs. Grund ist die voraussichtliche Zinssenkung in den USA. Aber auch Stromprobleme in den Minen in Südafrika treiben die Preise.

Bloomberg/Reuters. LONDON. Die Preise für Gold und Platin haben wieder einen Rekordkurs eingeschlagen. Treibende Kräfte waren ein andauernder Produktionsausfall bei Minen in Südafrika und Spekulationen, dass die US-Notenbank Fed ihre Leitzinsen kurzfristig noch weiter reduzieren wird.

Der Goldpreis kletterte am Kassamarkt in London am Dienstag zeitweise auf über 933 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) und erreichte damit den höchsten jemals verzeichneten Stand. Auch Silber und Platin zogen mit. Die Platin-Notierung hat bereits am Montag erstmals die Hürde von 1 700 Dollar genommen und stieg bis auf 1 735 Dollar; Silber wurde mit Preisen von bis zu 16,80 Dollar auf dem höchsten Stand seit 1980 gehandelt.

Erwartet wird nach der weiteren Zinssenkung in den USA eine erneute Schwächung des US-Dollars, was Edelmetalle als alternative Kapitalanlage interessanter macht. Zudem sorgen die Energieprobleme in wichtigen Förderstätten in Südafrika für eine Verknappung des Angebots. Das Land ist führender Förderer von Platin, das für Katalysatoren in der Autoindustrie benötigt wird, und zweitwichtigster Förderer von Gold.

Minenbetreiber wie AngloGold Ashanti Ltd., Gold Fields Ltd. und Anglo Platinum Ltd. hielten bis zuletzt ihre Minen geschlossen, nachdem der staatliche Stromversorger seine Lieferungen zurückgefahren hat. Die Eskom Holdings kann derzeit nur 70 Prozent der in der Bergbauindustrie benötigten Energie zur Verfügung stellen. Erst Ende der kommenden Woche werde die Produktion wieder im vollen Gange sein, teilte der weltweit drittgrößte Goldproduzent AngloGold mit. Die Folgen der Förderunterbrechung seien noch nicht absehbar.

„Instabilität an den Finanzmärkten, hohe Spritzen von Liquidität und eine Rückkehr zu sinkenden Leitzinsen“, sind für den Anlagestrategen Clement Gignac von der Financial Inc. in Montreal der Hauptgrund für die wieder stark gestiegene Attraktivität von Gold. Das Edelmetall werde vornehmlich zur Diversifizierung von Portfolios herangezogen.

„Die anhaltenden Stromausfälle in Südafrika haben zusammen mit der Schwäche des Dollars Investoren angezogen und spekulative Käufe ausgelöst“, meint James Moore, Edelmetallanalyst von TheBullionDesk.com. Schon 2007 war der Goldpreis insgesamt 31 Prozent gestiegen. Dies war der stärkste Anstieg seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs.

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