Steigende Nachfrage
Anleger lieben Gold-Glanz

Den Wert von Gold unterschätzt wohl niemand. Der Preis für das Edelmetall wird aber schon kurzfristig weiter steigen – und das macht es zum interessanten Anlageobjekt. So wird die Nachfrage in Zukunft wohl entscheidend von Finanzinvestoren beeinflusst.

LONDON. Gold dürfte nach Meinung von Fachleuten in den nächsten Jahren als eigenständige Anlageklasse immer mehr an Bedeutung gewinnen. „Der Goldpreis wird noch in diesem Jahr die Marke von 700 Dollar je Feinunze übersteigen“, sagt Philip Klapwijk. Der Chairman der weltweit führenden Beratungsgesellschaft für die Edelmetallmärkte, GFMS, sieht eine unverändert für steigende Goldpreise sprechende Angebots-Nachfrage-Situation. „Das Goldangebot der Minengesellschaften ist seit dem Jahr 2002 rückläufig“, sagt der Experte.

Im vergangenen Jahr sei die Goldförderung der Minen – die Primärproduktion – auf den niedrigsten Stand seit zehn Jahren abgesackt. Zwar sei im Jahr 2007 zum ersten Mal seit langem wieder mit einem leichten Anstieg der Primärproduktion zu rechnen, doch reiche dies bei weitem nicht aus, den Goldpreis nachhaltig zu schwächen. Während der Sommermonate sei aber wegen der Unsicherheit über die angekündigten Goldverkäufe der Schweizerischen Nationalbank ein Preisrückgang auf 630 Dollar je Feinunze nicht auszuschließen. Die positiven Fundamentaldaten dürften den Preis danach jedoch wieder über die Marke von 700 Dollar katapultieren.

Für das zweite Halbjahr 2007 erwartet Klapwijk einen weiteren leichten Rückgang auf der Nachfrageseite, die sich schon 2006 abgeschwächt hatte. Vor allem die internationale Schmuckindustrie dürfte sich wegen des in den vergangenen Jahren stark gestiegenen Goldpreises weiter zurückhalten. Positiv dürfte sich auf der Nachfrageseite auch auswirken, dass immer weniger Goldproduzenten Preissicherungsgeschäfte eingehen und ihre künftige Produktion bereits im Voraus verkaufen.

„Entscheidende Nachfrageimpulse erwarten wir von Seiten der Finanzinvestoren“, sagt Klapwijk. Bei dieser Sicht der Dinge erhält er Unterstützung durch den Vorstandschef des World Gold Council (WGC) James E. Burton. Dieser weist darauf hin, dass allein die von der WGC unterstützten Gold-Indexfonds (Exchange Traded Funds – ETF) seit dem Jahr 2003 mehr als 600 Tonnen physisches Gold aus dem Markt genommen haben. Vergleicht man dies mit den Beständen der offiziellen Goldbesitzer – der Notenbanken also –, so reiht sich die WGC mit einem ETF-Volumen von über 600 Tonnen auf Rang elf ein.

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