Steigender Anteil
Euro gewinnt als Reservewährung an Bedeutung

Der Euro wird im weltweiten Vergleich immer wichtiger: Die Deutsche Bank sieht das europäische Zahlungsmittel in wenigen Jahren bereits bei Anteil an den internationalen Devisenreserven von bis zu 40 Prozent. Der Dollar hingegen schwächelt.

mak FRANKFURT. Die Deutsche Bank geht davon aus, dass der Anteil des Euros an den Weltdevisenreserven bis 2010 auf 30 bis 40 Prozent steigen wird. Die allmähliche Aufstockung des Euro-Anteils von derzeit rund 25 Prozent trage sowohl dem Wunsch der Notenbanken nach Diversifizierung als auch nach Wertsicherung ihrer Währungsbestände Rechnung, schreibt die Deutschen Bank in einer Studie zur Rolle des Euros als internationale Reservewährung, die dem Handelsblatt vorab vorliegt.

Die Europäische Zentralbank (EZB), die seit Beginn der Währungsunion bisher immer im Januar eine Bestandsaufnahme der internationalen Rolle des Euros veröffentlicht hat, will diese künftig erst im Juni publizieren. Erst dann lägen die Zahlen für das gesamte vorangegangene Jahr vor.

Die Deutsche Bank führt die wachsende Bedeutung des Euros als Reservewährung unter anderem darauf zurück, dass die bisherige Nummer eins unter den Reservewährungen, der US-Dollar, im Zeichen riesiger Leistungsbilanzdefizite weiter an Attraktivität verlieren könnte. Von 2001 bis Ende 2006 hat sich der Anteil des Dollars an den Weltwährungsreserven von 71,4 auf 64,7 Prozent verringert. Dieser Rückgang entspricht in etwa dem Zugewinn des Euros.

Auch Änderungen in der Wechselkurspolitik weiterer Staaten könnten die Rolle des Dollars schwächen, schreibt die Deutsche Bank. China etwa sei von einer Dollarbindung zu einem Währungskorb mit dem Euro als Kernbestandteil übergegangen. Profitieren werde der Euro zudem von dem wachsenden Anlagebedarf und der zunehmenden Renditeorientierung der Notenbanken.

Ob sich die Europa-Währung nach 2010 noch im Aufwind befinden werde, hänge eng mit den strukturellen Veränderungen in Europa, den USA und der übrigen Welt zusammen. Eine Renaissance des Dollars sei unwahrscheinlich, weil das US-Leistungsbilanzdefizit „nicht auf ein tragbares Niveau korrigiert sein wird“. Für den Euro-Raum geht die Studie auf Dauer von einer Verringerung des Bevölkerungswachstums und – dadurch bedingt – von einer Reduzierung des Wachstumspotenzials aus. Das dürfte längerfristig die Attraktivität des Euros gerade bei stark renditeorientierten Notenbanken dämpfen und ein Risikofaktor für den Euro als Anlagewährung sein.

Die globalen Devisenreserven haben nach Angaben der Deutschen Bank von 2001 bis 2006 um 150 Prozent auf rund 5 000 Mrd. US-Dollar zugenommen. Davon entfielen etwa zwei Drittel auf Asien. Von der Gesamtsumme sind aber nur 3 330 Mrd. Dollar nach Währungen aufgeschlüsselt.

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