Steigender Ölpreis
Ist die Kehrtwende am Ölmarkt erreicht?

Der Ölpreis steigt und steigt derzeit: Am Donnerstag kletterte der Preis erstmals in diesem Jahr über die 50-Dollar-Marke. Und es gibt gute Gründe dafür, dass dieser Trend andauert.

Frankfurt/MainBilliges Öl bedeutet für die deutschen Verbraucher vor allem eines: Sie sparen beim Tanken und müssen weniger fürs Heizen zahlen. Seit fast zwei Jahren haben sich die Verbraucher an diesen Komfort gewöhnt. Von Mitte 2014 bis Anfang 2016 waren die Ölpreise von über 100 auf etwa 30 Dollar je Barrel (159 Liter) eingebrochen. Doch seither hat sich der Wind gedreht.

Am Donnerstag übersprang der Preis für die Nordseesorte Brent erstmals seit einem halben Jahr wieder die Marke von 50 US-Dollar. Ist die Kehrtwende am Ölmarkt endgültig erreicht? Einiges spricht dafür. Aber Experten bleiben vorsichtig.

Der Hauptgrund für den jüngsten Preisanstieg ist in den USA zu suchen, denn hier sinkt die Fördermenge. Ende April erreichte sie sogar den tiefsten Stand seit Herbst 2014. Der Grund für den Rückgang: Ein großer Teil der US-Produktion wird mit Fracking gewonnen.

Diese Fördertechnik, bei der chemische Flüssigkeiten in tief liegende Gesteinsschichten gepresst werden, ist nicht nur wegen möglicher Folgen für Mensch und Umwelt umstritten, sie ist auch relativ teuer. Die Fracker leiden daher besonders stark unter den niedrigen Preisen und müssen ihre Produktion teilweise auf Eis legen.

Die USA sind an den Finanzmärkten im Fokus, wenn es darum geht, das Überangebot am Ölmarkt abzuschätzen. Mittwochs schauen die Anleger wie gebannt auf die vom Energieministerium veröffentlichten Daten zum Rohöllagerbestand in den USA. Kaum ein Indikator sorgt für stärkere Reaktionen am Ölmarkt als diese Zahl.

Das Credo der Anleger: Je höher die Reserven, umso höher offenbar das weltweite Angebot. Bis Anfang Mai erklommen die Reserven immer neue Rekordstände. Doch damit ist es jetzt vorbei. Die Märkte wurden Mitte des Monats mit einem Rückgang der Reserven auf dem falschen Fuß erwischt.

Doch der Anstieg der Ölpreise ist nicht allein auf die USA zurückzuführen. Das schwarze Gold ist auf dem Weltmarkt derzeit gefragt. Aufgrund einer robusten Nachfrage aus China, Indien und anderen Schwellenländern sei von einem schnelleren Abbau des weltweiten Überangebots an Rohöl auszugehen als bislang angenommen, meinen Experten der Internationalen Energieagentur (IEA), einer Organisation, in der sich 29 Staaten als Gegengewicht zu den Ölfördernationen zusammengeschlossen haben. Im Laufe dieses Jahres sei daher sogar mit einer „dramatischen“ Schrumpfung des Überangebots zu rechnen.

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