Devisen + Rohstoffe
Strategen entdecken die Agrarmärkte

Die internationalen Agrarmärkte stehen vor einschneidenden positiven Veränderungen. Mehrere Faktoren sprechen nach Überzeugung von Ralf Bethke, Vorstandsvorsitzender des Düngemittelproduzenten Kali & Salz AG, dafür, dass die Preise landwirtschaftlicher Rohstoffe und Erzeugnisse in den nächsten Jahren kräftig steigen werden.

FRANKFURT/M. Die treibenden Kräfte hierfür sieht der Fachmann in der steigenden Weltbevölkerung, der anziehenden Nachfrage nach Lebensmitteln mit hohem Nährwert in den bevölkerungsreichen Ländern China und Indien und der stärkeren Nutzung von agrarischen Rohstoffen im Energiebereich. Zudem seien die Lagerbestände an Getreide und anderen Agrarrohstoffen weltweit nach wie vor relativ niedrig.

„Eine Wiederbelebung der über Jahre hinaus vernachlässigten Landwirtschaft ist rund um den Globus vorprogrammiert“, sagte Bethke in einem Gespräch mit dem Handelsblatt. Die Agrarpreise dürften sich daher in den nächsten Jahren auf deutlich höherem Niveau einpendeln und indirekt auch die Nachfrage nach Düngemitteln kräftig erhöhen.

Auch die Strategen der großen internationalen Banken haben das Potenzial der Agrarmärkte aus Sicht der Kapitalanleger inzwischen erkannt. Sie verweisen allerdings darauf, dass Preisprognosen auf diesem Feld schwierig seien – einerseits auf Grund der starken politischen Einflüsse, andererseits wegen der Abhängigkeit vom Wetter. Die Preisgestaltung im Agrarsektor sei noch immer nicht den freien Kräften des Marktes überlassen, sondern werde stark durch Subventionen einzelner Länder geprägt. Weltbank-Präsident Paul Wolfowitz fordert daher eine Kürzung staatlicher Unterstützungen für den Agrarsektor.

Betrachte man die Entwicklung der agrarischen Rohstoffpreise während der Zeit von 1980 bis heute, so müsse man zu dem Ergebnis kommen, dass es weiteres Potenzial für einen Preisaufschwung gebe, sagt Alexander Ineichen, der sich bei UBS seit vielen Jahren mit dem Thema Alternativ-Investments beschäftigt und die Rohstoffmärkte vor allem unter diesem Aspekt analysiert. Die Preise von Agrarrohstoffen wie Kaffee, Baumwolle, Zucker und Weizen liegen heute – im Gegensatz zu energetischen und metallischen Rohstoffen – nur um fünf bis fünfzehn Prozent über ihren Tiefständen der vergangenen 25 Jahre.

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