Studie: Die aktuellen Kurse werden zu stark in den Vorhersagen berücksichtigt
Wechselkursprognosen helfen wenig

Wie gut sind professionelle Wechselkursprognosen? Dieser Frage sind Peter Bofinger und Robert Schmidt von der Universität Würzburg nachgegangen. Denn solche Prognosen werden auch von vielen Unternehmen genutzt, um ein aktives Währungsmanagement zu betreiben.

rp DÜSSELDORF. Bofinger und Schmidt haben von Januar 1999 bis März 2003 die Marktprognosen von Consensus Economics, von Reuters und des ZEW-Finanzmarkttests auf den Prüfstand gestellt. Die Antwort ist enttäuschend: Die Marktprognosen der untersuchten Anbieter stellen „keine sinnvolle Entscheidungshilfe für international tätige Unternehmen und Investoren“ dar, heißt es im neuen Ifo-Schnelldienst, in dem die Studie veröffentlicht ist.

Eine wesentliche Ursache für das schlechte Abschneiden der Marktprognosen liegt den Angaben zufolge in der „gegenwartsorientierten Verlaufsanpassung“. Die befragten Analysten orientierten sich im Durchschnitt bei ihren Prognosen zu stark an den aktuellen Kursen zum Zeitpunkt der Vorhersage.

Der Untersuchung zufolge seien die betrachteten Marktprognosen zudem nicht mit dem Konzept „rationaler Erwartungen“ in Einklang zu bringen. Nach dem Konzept nehmen die Marktteilnehmer am Devisenmarkt alle wichtigen Informationen wahr und verarbeiten sie optimal.

Ganz überraschend sind die Ergebnisse der nun vorliegenden Studie allerdings nicht. In der Vergangenheit haben Untersuchungen beispielsweise zu Aktienkurs- oder Zinsprognosen zu ähnlich enttäuschenden Ergebnissen geführt.

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