Studie: Wertschwankungen können drastisch vermindert werden – Reine Wetten auf Wechselkurse bringen langfristig nichts ein
Investoren sollten Währungsrisiken absichern

Anleger beschäftigen sich nach Ansicht von Devisenfachleuten zu wenig mit Währungsrisiken. Die Gefahr, mit Anlagen in fremder Währung Geld zu verlieren, zählt nach Ansicht von Experten der Schweizer Bank Pictet zu den so genannten „schlechten Risiken“.

rez FRANKFURT/M. Das bedeute, über einen langen Zeitraum beschere das Risiko Anlegern eher Verluste als Gewinne, sagt Thomas Häfliger von Pictet. Daher sollten sie ihr Währungsrisiko in langfristigen internationalen Depots absichern. Wegen der Kosten gilt dieser Schutz vor Wertschwankungen allerdings erst ab Depots von 100 000 Euro aufwärts als sinnvoll.

In einer Studie untersuchte Häfliger die Auswirkung fremder Währungen auf den Ertrag verschiedener Depotarten und Investoren. Um zunächst die Bedeutung des Währungsrisikos darzustellen, verglich der Stratege die Rendite und das Risiko in- und ausländischer Geldmarktanlagen in den Jahren 1973 bis 2003. Im Durchschnitt werden Anleger demnach für ein Währungsrisiko nicht mit einer Mehrrendite entschädigt. Ein deutscher Investor hätte zum Beispiel mit ausländischen Geldmarktanlagen 0,4 Prozentpunkte weniger Ertrag erzielt als im Inland.

Auf die verschiedenen Anlagearten wirkt sich das Währungsrisiko unterschiedlich aus: So schwankt der Wert von Fremdwährungsanleihen grundsätzlich stärker als der von internationalen Aktien. Bei beiden Anlagetypen könne aber das Risiko durch eine Währungsabsicherung deutlich verringert werden, meint Häfliger. Das Risiko eines Depots mit Anleihen aus vier verschiedenen Ländern mit unterschiedlichen Währungen mit einer langfristigen Wertschwankung von gut zwölf Prozent kann laut Häfliger so auf knapp sieben Prozent vermindert werden. Damit erreicht ein Anleger dank der Zinsdiversifikation sogar eine geringere Volatilität als mit heimischen Zinstiteln, die bei knapp neun Prozent liegt.

Bei Aktien schwankt ein abgesichertes internationales Depot um ein Fünftel weniger als ein Portfolio mit Inlandsaktien, nämlich knapp 20 Prozent. Die Währungsabsicherung allein bringt dem Anleger eine um 2,5 Prozentpunkte geringere Volatilität. Daraus folgert Häfliger, dass ein internationales Depot mit Währungsabsicherung eine Alternative bietet zu der gerade bei deutschen Anlegern weit verbreiteten Neigung, das Kapital stark in der Heimat anzulegen.

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