Sturmsorgen
Ölpreis erreicht neuen Rekordstand

Der Ölpreis hat am Mittwoch ein neues Rekordniveau erreicht. In der Spitze kletterte der Preis für ein Barrel Rohöl der US-Sorte WTI auf 67,40 Dollar. Damit wurde die erst am 12. August mit 67,10 Dollar erreichte Rekordmarke übertroffen.

HB NEW YORK. Um 20.27 Uhr kostete ein Barrel (159 Liter) 67,25 Dollar und damit 1,54 Dollar mehr als bei Handelsschluss am Vortag. Erneut gesunkene Benzinbestände in den USA sowie drohende Stürme im Golf von Mexiko führten Händler unter anderem als Begründung an.

Der Ölpreis war im Verlauf des Tages auf eine Berg- und Talfahrt gegangen. Trotz der geringeren Benzinreserven kostete ein Barrel am Nachmittag 65,55 Dollar und damit 16 Cent weniger als bei Handelsschluss am Vortag. Davor war die Notierung mit 66,45 Dollar nahe an den bisherigen Rekord herangerückt.

Die Nordsee-Sorte Brent wurde in London nach 20.30 Uhr mit 66,00 Dollar notiert. Das waren 1,35 Dollar mehr als zum Handelsschluss am Dienstag. Auch in London war der Preis vorübergehend unter den des Vortages gerutscht.

Nach Angaben des US-Energieministeriums sind die Rohölvorräte in der abgelaufenen Woche um 1,8 Millionen Barrel auf 322,9 Millionen Barrel gestiegen. Die Benzinvorräte gingen hingegen um 3,2 Millionen Barrel auf 194,9 Millionen Barrel zurück, während die Lagerbestände an Destillaten (Heizöl und Diesel) um 1,4 Millionen auf 132,5 Millionen Barrel kletterten.

70 Dollar möglich

Sorgen bereiteten am Mittwoch drohende Stürme im Golf von Mexiko, einem wichtigen Fördergebiet. Sollte sich dort tatsächlich ein Hurrikan entwickeln und an den Ölinstallationen Schäden anrichten, hielten Marktbeobachter einen Anstieg der Preise auf 70 Dollar je Barrel für möglich. Zwei Stürme und zwei Hurrikane haben in diesem Jahr in der Region bereits Produktionsunterbrechungen verursacht.

Der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) war am Dienstag fast unverändert geblieben. Nach Berechnungen des OPEC-Sekretariats vom Mittwoch in Wien kostete das Barrel im Durchschnitt 58,15 Dollar, 5 Cent mehr als am Montag. Der so genannte OPEC-Korbpreis basiert auf elf Sorten des Kartells.

In Deutschland gehen Ölverbrauch und Benzinverbrauch seit Jahren zurück. Ein unmittelbarer Zusammenhang mit dem Preisniveau geht aus den Statistiken allerdings nicht hervor. In den ersten sieben Monaten sank der Benzinverbrauch gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum um fünf Prozent. Das ist mehr als die minus 3,3 Prozent, die der Mineralölwirtschaftsverband (MWV) für das Gesamtjahr erwartet. Mit einem Jahresabsatz von zuletzt 114 Millionen Tonnen verbraucht Deutschland nicht mehr Öl als in den achtziger und deutlich weniger als in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts.

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